Leversbach/New York: Margret Lauscher fährt zur Frauenrechtskommission nach New York

Leversbach/New York: Margret Lauscher fährt zur Frauenrechtskommission nach New York

Für die Rechte von Frauen und für die Rolle von Frauen in der Gesellschaft hat sich Margret Lauscher schon als Kind interessiert. Sie hat schon in jungen Jahren beobachtet, was von Jungs und was von Mädchen erwartet wird.

Und weil Margret Lauscher sich schon immer für Frauenrechte im Allgemeinen und im Besonderen für das Ende von Genitalverstümmelungen in Kenia eingesetzt hat, darf sie in der kommenden Woche am Treffen der Frauenkommission der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier in New York teilnehmen.

Dort stehen Diskussionsrunden, Arbeitskreise, Vorträge und Gespräche an. Es geht um Chancengleichheit und Gleichberechtigung. Es geht um eine Bestandsaufnahme dessen, was die Länder in den vergangenen Jahrzehnten (seit der Frauenkonferenz in Peking, 1995) erreicht haben, und an welchen Punkten noch gearbeitet werden muss.

„In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unheimlich viel getan. Die Rechte von Frauen sind gestärkt worden. Aber nicht überall ist das angekommen“, sagt Margret Lauscher. Deswegen unterscheidet die Grundschulleiterin zwischen dem Papier und der Realität. „Und in der Realität sehe ich, dass es zum Beispiel im Berufsleben erhebliche Benachteiligungen gibt, was Bezahlung und Positionen anbelangt.“

Wenn es um Frauenrechte geht, seien in Deutschland ganz andere Themen gemeint, als die, die beim gleichen Stichwort in afrikanischen Ländern auf die Tagesordnung kommen. Und auch wenn Margret Lauscher vieles, was in Europa passiert, kritisch betrachtet, so hat sie ihr Engagement doch einem anderen Thema gewidmet: Sie setzt sich seit Jahren für die Überwindung der Genitalverstümmelung kenianischer Frauen ein.

Eine Basis schaffen

„Das Thema hat mich berührt und mich betroffen gemacht“, erzählt die Lehrerin, die viel durch die Welt gereist ist. „Die Beschneidungen beeinträchtigen die Frauen ein Leben lang, sie leiden. Gleichzeitig ist das Ritual in der Tradition fest verankert. Wer nicht beschnitten ist, wird ausgestoßen.“

Margret Lauscher unterstützt seit vielen Jahren ein Projekt des „Center for Profs“ aus Fulda, hat sich in Kenia ein Bild davon gemacht. „Ich kann nicht vor Ort mitarbeiten, aber ich mache hier auf das Thema aufmerksam, unterstütze mit öffentlichen Aktivitäten das Projekt“, schildert Margret Lauscher ihr Engagement.

Lange Zeit sei das Thema ein Tabu gewesen, dann hätten es die Frauen an die Hilfsorganisationen herangetragen, sich geöffnet. Mütter hätten gesagt, dass sie nicht wollten, dass ihre Töchter das Gleiche durchmachen müssen.

Die Beschneiderinnen seien mit ins Boot geholt worden und auch die Männer. Die Quote der Beschneidungen sei von fast Hundert auf 30 Prozent zurückgegangen. Mit dem Ende der Genitalverstümmelung sei eine Basis gelegt, die Gleichberechtigung überhaupt erst möglich mache.

Mit anderen Frauen des „Center for Profs“ reist sie nun nach New York. Delegierte und Experten aus 193 Nationen, aus verschiedenen Kulturkreisen, treffen zusammen. „Ich freue mich sehr über diese Möglichkeit“, sagt Margret Lauscher. „Es ist eine besondere Chance, bei politischen Prozessen im UN-Hauptquartier dabei zu sein, die faszinierende Atmosphäre der Frauenrechtskommission und die Menschen aus aller Welt erleben zu können.“