Hambach: Märchenhafte Gewänder aus Seide und Wolle im Forsthaus

Hambach : Märchenhafte Gewänder aus Seide und Wolle im Forsthaus

Der Zauber, der jedem Anfang inne liegt, ist bei Heike Reul die Farbe Weiß. Seit nun genau 30 Jahren kreiert die studierte Kunst- und Textilgestalterin und Dozentin, die aus Düren stammt, feminine Gewänder. Jedes Teil ist ein Unikat, jedes Teil ist im Alltag tragbar und jedes einzelne Stück liegt irgendwann vor der Künstlerin als weiße Seide oder als weiße Filzwolle auf einem Arbeitstisch.

Der erste Entwurf fordert dann Farbe. Mit Pinsel und Seidenfarbe setzt Heike Reul Farbverläufe an Saumenden auf und gestaltet diverse Muster. Wolle wird gefilzt, passend eingefärbt und auf oder unter die Seide gelegt, so dass das Kleidungsstück immer auch eine gewisse Plastizität erhält. In einem persönlichen Gespräch erinnert sich die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern an die Anfänge: „Früher, nach dem Studium in Bonn, bearbeitete ich ausschließlich ganz leichte Stoffe zu leichten Kleidern. Inzwischen ist die Materialvielfalt deutlich gewachsen.“

Aus dicker Seide werden inzwischen bühnenreife Mäntel, aus Filzwolle akzentuierende Strukturen auf Kleidern, Oberteilen und Röcken. Von Beginn ihrer Schaffenszeit an organisiert Heike Reul im Abstand von zwei Jahren „Inszenierungen“. Herkömmliche Modenschauen, so findet sie, bei denen auf nüchterne Weise „Modell sowieso“ vorgestellt wird, passen nicht zu ihren Entwürfen. Stattdessen überlegt sich die Kunst- und Textilgestalterin mit einem engagierten Team, bestehend aus Daniela Heller-Böse, Frauke Harder, Rieke Harder, Ronja Kelzenberg, Gabriele Mermagen und Andrea Michalsky eine ausgefeilte, gut einstündige Laufsteg-Choreografie mit Tanz und Musik, nach der die Präsentation ihrer neuen Kollektion abläuft.

Die nächste Laufsteg-Präsentation mit dem Titel „Die Ankunft der Farbe“ findet am Sonntag, 7. September, 18 Uhr, auf dem Heuboden des Alten Forsthauses in der Schlossstraße 129 in Hambach statt. Karten gibt es an der Abendkasse, Einlass ist ab 17 Uhr.

(gkli)