Düren: Lösung der Stadthallen-Frage noch vor der Sommerpause?

Düren: Lösung der Stadthallen-Frage noch vor der Sommerpause?

Seit sich der Stadtrat im Dezember gegen einen Kaufland-Supermarkt ausgesprochen und damit die Verkaufspläne der „Real Invest Parkhotel Düren GmbH“ als Erbbaurechtsnehmer durchkreuzt hat, ist es ruhig geworden um die Stadthallen-Ruine im Herzen der Stadt. Fortschritte macht auf den ersten Blick nur der Verfall.

Hinter den Kulissen aber laufen die Gespräche weiter. Baudezernent Paul Zündorf versucht, das juristische Knäuel aufzudröseln, ohne dass es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, die alle weiteren Bemühungen auf dem innerstädtischen Filetstück abermals für Monate, wenn nicht für Jahre lahm legen würde.

Mit im Boot ist dabei weiterhin ein Investor aus Hamburg, der schon im vergangenen September Pläne für ein Drei-Sterne-Hotel mit gehobener Ausstattung und integriertem Einzelhandel auf 4500 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgestellt hatte. Er ist offenbar bereit, sich finanziell mit der „Real Invest Parkhotel Düren GmbH“ und der Stadt zu einigen. Absichtserklärungen liegen vor. „Ich bin optimistisch, dass wir noch vor der Sommerpause, vielleicht schon im Juni, Gewissheit haben, ob es zu einer Einigung kommt oder nicht“, betonte Zündorf am Donnerstag.

Derweil fordern nicht mehr nur die Grünen Alternativen zum Hotelkonzept und eine Entwicklung des Areals unabhängig von potenziellen Investoren. Auch die SPD ist von den bisher auch von ihr im Stadtrat favorisierten Hotelplänen ein Stück weit abgerückt. „Nicht ein bestimmter Investor allein sollte über die Nutzung des Areals entscheiden“, beantragte der Fraktionsvorsitzende Henner Schmidt am Mittwochabend. „Dieses Filetstück der Stadtentwicklung muss architektonisch und von der Nutzung her in die direkte Umgebung und die Innenstadt passen.“

Eine Bebauung müsse zu einer städtebaulichen Aufwertung führen. Die SPD fordert, dass drei Fachbüros unabhängig voneinander jeweils ein Nutzungskonzept für das Stadthallengrundstück erarbeiten. „Wir wünschen, dass die Stadtverwaltung den Büros Daten zur Wohnungssituation, zur Hotelbranche und zur Umgebung zur Verfügung stellt“, führt der Bauausschussvorsitzende Peter Koschorreck (SPD) weiter aus. Vor allem aber liegt der SPD am Herzen, dass das Stadthallen-Areal und das eventuell als Tauschgrundstück zur Verfügung stehende Grundstück an der Hans-Brückmann-Straße nicht losgelöst von der übrigen Stadtentwicklung betrachtet wird. Es müsse zwingend Bestandteil des zu erarbeitenden Masterplans Innenstadt sein.

Für Paul Zündorf steht das außer Frage. „Es wird keine singuläre Betrachtung des Stadthallengrundstücks geben“, versprach der Baudezernent am Mittwochabend noch einmal, dass die Stadthalle zentraler Bestandteil des Masterplans Innenstadt sei. Und er versprach, dass unterschiedliche Nutzungskonzepte betrachtet werden. Ob die aber unbedingt von unterschiedlichen Fachbüros erstellt werden müssen, sei aus seiner Sicht fraglich.

Für die weiter ein Hotel favorisierende CDU steht derweil fest, erst die juristische Frage zu klären und sich dann erst Gedanken über die gestalterischen Möglichkeiten zu machen. „Wir sollten agieren, wenn sich eine juristische Lösung anbietet“, betonte Fraktionschef Stefan Weschke.

(ja)
Mehr von Aachener Zeitung