Langerwehe: „Lochmühle” fällt Bagger zum Opfer

Langerwehe: „Lochmühle” fällt Bagger zum Opfer

Was „Eingeweihten” seit Jahren klar war, wird in diesen Tagen Wirklichkeit: Die „Lochmühle” wird vom Bagger „gefressen”. Der Abriss dieser ehemaligen Fruchtmühle an der Jüngersdorfer Straße ist von langer Hand geplant. Denn der Besitzer des„Wehebachtals” möchte das benachbarte Seniorenzentrum erweitern.

Dabei soll der bestehende Mühlenteich in die Erweiterung, die auch Grünflächen erhält, einbezogen werden.

Schweren Herzens hatten die Langerweher Politiker vor einem halben Jahr dem Antrag, die alte Mühle aus der Denkmalliste zu streichen, zugestimmt. Sie waren damit der Empfehlung des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege gefolgt. Dessen Chefin Dr. Octavia Zanger hatte nach einer Untersuchung nämlich feststellen müssen: „Die denkmalgeschützten Gebäude sind in einem beklagenswerten Zustand.” Der sei seit der Unterschutzstellung im Jahre 1983 „durch Leerstand und unterlassene Bauunterhaltung” eingetreten.

Die „Lochmühle” war um 1830 eine der wenigen so genannten Fruchtmühlen im Wehebachtal. Getreide wurde darin mit Hilfe dreier Wasserräder gemahlen. Bis zur Franzosenzeit versorgte sie nur die Einwohner von Jüngersdorf und Stütgerloch. Aber auch Holz wurde in der Mühle gesägt - und Eichenrinde für die Gerber zerkleinert.

Bis zum Zweiten Weltkrieg hielt sich die „Lochmühle” als Mahlmühle - zuletzt mit einer Wasserturbine.

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