Düren: Linienführung wird zur Kunst

Düren: Linienführung wird zur Kunst

Es sieht hochwissenschaftlich aus, was da an der Wand im Atelier „Die Treppe“ hängt. Ein Regal ist montiert, darauf viele Gläser mit skurrilem Inhalt. Pflanzen oder Tiere könnten es sein. Aufschluss darüber geben kleine Beschriftungen, die die mysteriösen Arten in Deutsch und Latein etwa als „Rotkäppchen“ enttarnen.

Als „gelungenes Täuschungsmanöver“ lobte Pit Goertz den schelmischen Humor dieses Kunstwerkes von Andrea Buhmann bei seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung „Einzigarten“.

Neben Sabine Jacobs aus Monschau stellt die Kölnerin Buhmann bis zum 2. Oktober ihre Kunst in der Galerie „Die Treppe“ an der Dürener Yorckstraße aus. „Beide Künstlerinnen arbeiten mit Kopf“, interpretierte Goertz die Kunstwerke. Bei Buhmann ist dies offensichtlich, auch ihre zweite Installation — eine tönerne, raumgreifende Feldblumeninstallation — spielt mit Abstraktion und Realität.

Die „Kopfarbeit“ bei den Papierinstallationen von Sabine Jacobs erklärte Goertz indes über ihre Arbeitsweise, die immer mit einem einfachen Draht anfange: „Der Draht wird zum Objekt, die Linienführung zum Kunstwerk“, berichtete Goertz. Im Ergebnis entstehen abstrakte Papierfiguren, die aber trotzdem natürlich wirken, ein Vogelschwarm oder Blätterregen sein könnten.

Initiiert wurde die Ausstellung von der Initiative „Die Treppe“. Deren Vertreter Justus Peters lobte die Künstlerinnen und erkannte darin viel „Weibliches und Friedliches“. Sowohl Künstler als auch Veranstalter freuten sich über eine gut besuchte Vernissage und lobten die gute Zusammenarbeit. „Wir stellen unsere Kunst ab heute zum ersten Mal in Düren aus“, berichten beide Künstlerinnen, „und es ist hoffentlich auch nicht das letzte Mal.“

(heb)
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