Düren: „Lesen Sie nur einen Schwangerschaftsratgeber, nicht alle“

Düren : „Lesen Sie nur einen Schwangerschaftsratgeber, nicht alle“

„Man kann nicht alles richtig machen. Aber ein guter Anfang ist es, nur einen Schwangerschaftsratgeber statt alle zu lesen“, betonte der Chefarzt der Frauenklinik im Krankenhaus Düren, Dr. Axel Sauerwald. Das Forum „Medizin hautnah“, eine Veranstaltung des Krankenhauses, der AOK und der Dürener Zeitung, drehte sich rund um das Thema Geburt. Darüber hinaus stellte das Krankenhaus sein neues Mutter-Kind-Zentrum vor.

„Wo lohnt es sich, sich Gedanken zu machen? Welche Sorgen sind begründet? Welche unbegründet?“ — diese Fragen beantwortete der Chefarzt in seinem Vortrag „Fit durch die Schwangerschaft“. „In der Schwangerschaft findet ein massiver Umbau des Körpers, der Lebensumstände und der Hormone statt, der besondere Maßnahmen erfordert“, sagte Sauerwald.

Er stellte heraus: „Absolut tabu sind Alkohol und Nikotin, da diese Substanzen beispielsweise die Wahrscheinlichkeit für Fehl-, Früh- und Totgeburten erheblich erhöhen. Aber auch der Konsum von Rohmilchkäse und rohem Fleisch können aufgrund der Übertragung von Infektionskrankheiten gefährlich sein. „Gesunde Ernährung mit der goldenen Regel ‚Pflanzliches waschen, Tierisches erhitzen‘, regelmäßige Bewegung und Stressabbau sind die Grundpfeiler einer unkomplizierten Schwangerschaft.“

Gynäkologe Dr. Rüdiger Stressig nahm sich der „Pränataldiagnostik“ an, also der Untersuchung vom ungeborenen Kind und der schwangeren Frau. „Früher mussten nur Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen gemessen werden. Heute gibt es eine viel anspruchsvollere Diagnostik. Es gibt extrem schwere Erkrankungen, die so früh wie möglich erkannt und behandelt werden müssen“, hob der Mediziner hervor.

Er berichtete: „Wir können zwar nie sagen, dass ein Kind rundum gesund ist, aber die Erkennungsraten für Krankheiten sind gestiegen.“ Die Untersuchung in der zwölften Schwangerschaftswoche, bei der schon vieles zu erkennen sei, bezeichnete Stressig als „Fanclub-Gründungsuntersuchung“.

„Die Eltern sehen ihr Kind zum ersten Mal vollständig in seiner Umgebung, dadurch entwickeln sie schon sehr früh ein stärkeres Verhältnis zu ihrem Kind“, betonte der Gynäkologe und führte aus: „Mittlerweile gibt es einen Bluttest, der es uns ermöglicht, im Blut der Mutter zu erkennen, ob beispielsweise beim Kind das Down-Syndrom vorliegt.“

Ebenfalls zu Gast war der frühere Chefarzt der Frauenklinik Köln-Holweide Professor Friedrich Wolff. Er referierte zum Thema „Geburtshilfe sanft und sicher“. Viele werdende Mütter stellen sich die Frage nach dem Ort, an dem sie ihr Kind entbinden möchten.

„Egal, ob in einer großen Klinik oder mit einer Hebamme, die Entbindung ist heutzutage in der Klinik, die man sich aussucht, immer relativ sicher“, betonte Wolff und machte auf eine Ausnahme aufmerksam: „Ist eine Schwangerschaft jünger als 37 Wochen, darf die werdende Mutter den Entbindungsort nicht mehr frei wählen, sondern die Geburt muss in einem speziellen Pränatalzentrum erfolgen. Aber keine Sorge, kompetente Hilfe steht Ihnen dort immer zur Seite.“

Mehr von Aachener Zeitung