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In Langerwehe: Sanierung des Stadions muss ohne Förderung auskommen

In Langerwehe : Sanierung des Stadions muss ohne Förderung auskommen

Die Gemeinde Langerwehe stemmt das Projekt in Höhe von 1,829 Millionen Euro aus schon vorhandenen Mitteln und entnimmt dafür Gelder aus der Schul- und Bildungs- sowie Sportpauschale.

Eine ernüchternde Nachricht musste die Gemeindeverwaltung der Politik im jüngsten Jugendausschuss überbringen: Hatte sie in ihrer Vorlage noch vorgesehen, dass die Sanierung des alten Stadions in Langerwehe zum Teil mit einem Bundesprogramm erfolgen soll, so war dieser Finanzierungsvorschlag in der Sitzung bereits überholt. Mittel des Programms mit dem Titel „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ kommen nach Angaben der Verwaltung nicht für das Projekt in Frage, weil sie nur für die energetische Sanierung von Gebäuden freigegeben werden – nicht für Freiflächen. Ein anderes Förderprogramm stünde derzeit nicht zur Verfügung, hieß es.

Deswegen hat sich die Politik darauf geeinigt, das Projekt in Höhe von 1,829 Millionen Euro aus schon vorhandenen Mitteln zu stemmen und dafür Teile der Schul- und Bildungs- sowie der Sportpauschale zu entnehmen. Das stellt sich dann wie folgt dar: Für die Sanierung sollen Rückstellungen aus der Sportpauschale 2022 in Höhe von 30.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Außerdem ist in der Jugendausschusssitzung beschlossen worden, einen Anteil in Höhe von 100.000 Euro aus der Schul- und Bildungspauschale 2023 zu entnehmen. Die Schulleiterinnen der an das Stadion angrenzenden Wehebach- und Europaschule erklärten sich mit diesem Vorgehen einverstanden.

Bleibt ein zu finanzierender Restbetrag in Höhe von etwa 1,7 Millionen Euro. Die Finanzierung über 20 Jahre (Abschreibung) wird ab 2024 mit etwa 85.000 Euro jährlich aus der Schul- und Bildungspauschale erfolgen. Die zusätzlichen Pflegeaufwendungen in Höhe von 20.000 Euro sollen ab dann je zur Hälfte aus der Schul- und Bildungs- sowie aus der Sportpauschale gedeckt werden. Nach dem Jugendausschuss hat der Sportausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig darüber beschieden, womit die Empfehlungen für den Haupt- und Finanzausschuss sowie den Rat eindeutig sind.

Für den Haushalt bedeutet das voraussichtlich keine Mehrbelastung. Wie sich die Entscheidung auf Sportvereine auswirkt, ist noch nicht absehbar. In der jüngsten Sportausschusssitzung hat die Politik beispielsweise mehrheitlich entschieden, unter anderem die Tagesordnungspunkte „Sportbudgets für Vereine“ und „Vergabe Sportpauschale ab dem Jahr 2023“ abzusetzen. Das geschah auf Anregung von Bürgermeister Peter Münstermann (SPD), der in der Sitzung kundtat, dass die Verwaltung die Haushaltssituation im kommenden Jahr noch nicht absehen könne, weswegen sie es für verfrüht erachte, darüber zu entscheiden.

Somit dürfte das schwierige Thema „Erhalt und Sanierung des Stadions“ für die Gemeinde zunächst einmal abgehakt sein. In der Vergangenheit hatte sich die Verwaltung immer wieder bemüht, verschiedene Fördermöglichkeiten und Finanzierungsvorschläge zu erarbeiten, die allesamt nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hatten. Zwischenzeitlich war sogar das Gerücht aufgekommen, dass das alte Stadion zu Bauland umgewandelt werden soll, weswegen Schülerinnen und Schüler der Europaschule eine Protestaktion initiiert hatten. Dieses Gerücht dürfte nun endgültig ausgeräumt sein. Auch wenn die Entscheidung letztlich vom Rat getroffen wird, ist davon auszugehen, dass er den Empfehlungen der Fachausschüsse folgen wird.