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Joy of Gospel Langewehe: Gute Chorproben via Videokonferenz

Joy of Gospel Langewehe : Gute Chorproben via Videokonferenz

Der Chor „Joy of Gospel“ aus Langerwehe geht in der Corona-Pandemie neue Wege – mit neuem Dirigenten Christian Debald. Trotzdem hoffen die Sänger, bald wieder als Gemeinschaft üben zu dürfen.

Die Corona-Auflagen für Chöre sind riesig: Sänger, die nebeneinander stehen, müssen mindestens drei Meter Abstand zueinander haben. Zum Sänger, der hinter einem steht, sind es sogar vier Meter. Darüber hinaus braucht jedes Chormitglied mindestens sieben Quadratmeter Platz.

Die Sitzordnung muss fotografiert und immer eingehalten werden, das zuständige Ordnungsamt das Corona-Konzept des Chores genehmigen. „Das können wir nicht leisten“, sagt Bettina Merzenich, zweite Vorsitzende des Langerweher Chores „Joy of Gospel“. „Für unsere 56 Sänger bräuchten wir eine Raum von knapp 400 Quadratmetern. Outdoor-Proben sind schwierig wegen der Technik, die wir benötigen. Hinzu kommt, dass einige unserer Mitglieder schon zur Corona-Risikogruppe gehören.“

Immerhin haben die Verantwortlichen von „Joy of Gospel“ mit ihrem neuen Chorleiter Christian Debald einen Weg gefunden, trotzdem proben zu können. Bettina Merzenich: „Unsere vier Stimmführer und unser Chorleiter treffen sich zu einer kleinen Proben in der Evangelischen Kirche in Langerwehe. Alle anderen können sich wie bei einer Videokonferenz von zu Hause einwählen und mitmachen.“

Nach anfänglichen Schwierigkeiten funktioniere die Technik mittlerweile auch sehr gut. „Die Proben mit dem Computer sind schon effektiv“, sagt Jürgen Hüftle von „Joy of Gospel“. „Man bekommt einen guten Eindruck von dem Lied und kann auch mitmachen.“ Natürlich sei das gemeinsame Singen in einem Raum etwas völlig anderes. „Singen im Chor hat unglaublich viel mit Gemeinschaft zu tun“, ergänzt Hüftle. „Aber so lange es für Chöre keine Lockerungen gibt, haben wir nicht wirklich eine Alternative.“

Lange gesucht

Dabei wären gemeinsame Proben für den Langerweher Chor, der sich mittlerweile weit über die Gemeindegrenzen hinaus einen Namen gemacht hat, so wichtig. Im vergangenen Herbst hat sich die Singgemeinschaft von ihren Chorleitern Darnita und Kirk Rogers getrennt, mit denen sie immerhin sieben Jahre zusammengearbeitet hatte. „Es gab unterschiedliche Ambitionen“, sagt Frenny Simons, Vorsitzender von „Joy of Gospel“. „Deswegen haben wir uns für diesen Schritt entschieden.“ Bis die Langerweher Sänger einen neuen musikalischen Chef gefunden haben, hat es eine Weile gedauert.

Jürgen Hüftle: „Unser Chor ist ziemlich groß und wir haben natürlich auch einen sehr guten Ruf. Das hat einige mögliche Chorleiter abgeschreckt.“ Nicht so Christian Debald, Kirchenmusiker in der Katholischen Kirchengemeinde Christus unser Bruder in Aachen-Nord. „Mich hat die Aufgabe gereizt“, sagt der gebürtige Saarländer, der auch in Heinsberg einen Gospelchor leitet. „Und nach einer ersten Probe haben beide Seiten gemerkt, dass es menschlich und musikalisch passt. Jetzt gilt es, ein neues Repertoire zu erarbeiten und auch als Chorgemeinschaft trotz Corona wieder zueinander zu finden.“

Dreimal haben der neue Chorleiter und seine Sänger bisher miteinander gearbeitet, dann kam die Pandemie. Jetzt geht es mithilfe moderner Technik ganz langsam wieder los. „Singen ist unser Vereinszweck“, sagt Simons, „und das wollen wir auch tun.“

Erst während der Zwangspause, ergänzt der Chor-Vorsitzende, sei ihm noch einmal sehr schmerzlich bewusst geworden, wie sehr ihm das Singen in Gemeinschaft fehle. Umso größer ist die Hoffnung bei den Verantwortlichen von „Joy of Gospel“, dass es auch für Chöre bald erste Lockerungen geben wird. „Und wenn nicht“, sagt Bettina Merzenich, „werden wir weiter mithilfe Videoübertragung proben. Außerdem überlegen wir bereits jetzt, wie und wo wir vielleicht mit kleineren Gruppen singen können.“

Ob der Chor in diesem Jahr noch öffentlich auftreten kann, ist indes mehr als ungewiss. „Auftritte sind natürlich für uns so wie das Salz in der Suppe“, sagt Simons. „Aber wir müssen abwarten, was da wirklich möglich sein wird.“

Neue Probenräume

Bis dahin wollen die Sänger von „Joy of Gospel“ und ihr neuer Dirigent Christian Debald zu alter Form zurückkehren und wenn möglich auch die neuen Probenräume in Beschlag nehmen. „Joy of Gospel“ plant, sich ab Herbst zum Üben in der neuen Langerweher Schulaula zu treffen – sofern es die Corona-Regeln zulassen. www.joy-of-gospel.de