Gericht: 47-Jähriger aus Langerwehe wegen sexueller Nötigung angeklagt

Vor Gericht : 99 Fälle von sexueller Nötigung und Missbrauch

Vergewaltigung und schwerer sexueller Missbrauch an einem Mädchen über mehrere Jahre hinweg. Das sind schwere Vorwürfe gegen den Angeklagten Achim K. (47), der sich einem Strafverfahren in dieser Sache vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht stellen muss.

Laut Anklageschrift soll K. sich seit dem Juli 2014 der damals achtjährigen Tochter seiner Lebensgefährtin sexuell genähert haben. Insgesamt soll es innerhalb von vier Jahren zu 99 Fällen von sexueller Nötigung und schweren sexuellen Missbrauchs gekommen sein. Die jüngeren Fälle wiegen nach den beschriebenen Tathandlungen allerdings schwerer.

Fall 99 war der schlimmste

Der letzte angeklagte Fall ist dabei strafrechtlich der schwerwiegendste Vorfall. Hier soll der Angeklagte, der am Montag die Vorwürfe vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Florian Handke bestritt, in der gemeinsamen Wohnung des Paares das Mädchen gegen ihren Willen unter ihrer Kleidung angefasst und sich dabei sexuell erregt haben. Als vollendete Vergewaltigung wertet die Anklage, dass der Angeklagte dabei mit seinen Fingern in die Vagina des Mädchens eingedrungen sein soll.

Bei den vorangegangenen Fällen habe es sich bei den Handlungen „nur“ um ein sexuell motiviertes Betatschen des Opfers gehandelt. Erst in den späteren Fällen habe sich laut Anklageschrift die Intensität der Übergriffe verstärkt. Am Montag wurde dazu in einer langen und für die Öffentlichkeit nicht zugelassenen Zeugenaussage das mittlerweile 14-jährige Opfer befragt.

Kein Geständnis

Nebenklagevertreter Erich Heck bemerkte, der Angeklagte sei nicht gut beraten, die Taten nicht frühzeitig gestanden zu haben. In der Regel ist es so, dass frühe und uneingeschränkte Geständnisse gerade dann, wenn sie den missbrauchten Kindern eine Aussage und eine Konfrontation mit ihrem mutmaßlichen Peiniger vor Gericht ersparen, wesentlich zu einer Strafmilderung führen. Der Techniker hatte angegeben, dass eventuelle Berührungen des Mädchens sich aus dem alltäglichen Zusammenleben in der Familie ergeben hätten.

Der Prozess wird am kommenden Mittwoch mit weiteren Zeugenaussagen im Aachener Landgericht fortgesetzt, im Prinzip ist das Verfahren öffentlich.

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