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In Langerwehe: Erstes Open-Air-Songfest mit Kölner Bands

In Langerwehe : Erstes Open-Air-Songfest mit Kölner Bands

Der Musemsverein Langerwehe möchte als Nachfolge der Gospelkonzerte ein neues Format etablieren. Jürgen Hüftle verspricht eine hohe musikalische Qualität.

Hochwertige Musik lockt am Sonntag, 14. August, in den Außenhof des Töpfereimuseums – das verspricht Jürgen Hüftle. Wenn das Museumsvereinsmitglied und der Organisator der Veranstaltung über die beiden Kölner Bands spricht, die ab 16 bis etwa 19 Uhr am Pastoratsweg 1 auftreten werden, gerät er regelrecht ins Schwärmen: „Hinter ‚HopStopBanda‘ bin ich schon länger her.“

Im Februar habe er die Formation zum ersten Mal in der Lutherkirche in der Kölner Südstadt spielen gehört. Das bezeichnet er als besonderes Erlebnis: Die Mitglieder hätten damals angesichts des Beginns des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine an ihrem Auftritt gezweifelt. Letztlich haben sie sich doch dafür entschieden, da „Musik Völkerverständigung auf höchster Ebene“ sei. „Das hat mich sehr beeindruckt“, sagt Hüftle.

 Die Kölner Band „HopStopBanda“ ist eine von zwei Formationen, die am Sonntag kostenfrei im Außenhof des Töpfereimuseums am Pastoratsweg 1 auftritt.
Die Kölner Band „HopStopBanda“ ist eine von zwei Formationen, die am Sonntag kostenfrei im Außenhof des Töpfereimuseums am Pastoratsweg 1 auftritt. Foto: Gregor Kaluza

Ursprünglich hatte er andere Gruppen für das erste Open-Air-Songfest geplant, wollte nach diesem Erlebnis aber unbedingt die Kölner Band engagieren, die sich durch unheimliche Vielfalt auszeichne: Sie spielt einen Folk-Mix aus russischen, ukrainischen, jüdischen und orientalischen Elementen, angereichert mit Latin/Balkan-Grooves.

„Temperamentvoll klauen die ‚HopStopBanditen‘ ein bisschen Gauner-Swing aus Odessa, da etwas Klezmer-Boogie und dort etwas Tango-Punk, um alles zusammen in einem knallbunten musikalischen Feuerwerk der Kulturen zu präsentieren“, heißt es. „HopStopBanda“ sei ein temperamentvoller Raubüberfall auf die Folkloren dieser Welt von St. Petersburg bis Santiago de Chile.

Die zweite Formation stehe dem in nichts nach. Das „Epstein’s Klezmer Tov-Trio“ mit Igor Epstein, dem „Teufelsgeiger“ aus Köln, überzeuge mit tiefsinniger Klezmer-Musik, sanften Tönen, aber auch virtuosen Ausbrüchen. So gelinge es den drei Männern, das Publikum in ferne, fremde Welten zu entführen. Das Trio spielt circa eine Dreiviertelstunde, „HopStopBanda“ etwa zwei Stunden.

„Auch den ‚Teufelsgeiger‘ habe ich einmal in einem Kölner Musiklokal gesehen“, berichtet Hüftle. Ihm sei wichtig, alle Formationen, die er nach Langerwehe hole, möglichst zuvor zu kennen. Beide Bands seien schon oft zusammen aufgetreten und würden deshalb bestens harmonieren.

Bei guter Nachfrage möchte Jürgen Hüftle das Open-Air-Songfest mit etwa drei bis vier Gruppen etablieren, von denen jede eine halbe Stunde spielen soll. In gewisser Hinsicht ist es eine Nachfolge-Veranstaltung des Gospelfestivals, das mehr als ein Jahrzehnt mit bis zu fünf Chören aus ganz Deutschland auf dem Gelände des Töpfereimuseums stattfand. „Zu Spitzenzeiten kamen um die 800 Menschen zu dem Festival“, sagt Hüftle rückblickend.

Irgendwann jedoch hätte die Nachfrage nachgelassen und es hätte immer weniger Gospelchöre gegeben. Dazu kam, dass das Festival sehr kostspielig und aufwendig für die ehrenamtlich tätigen Museumsvereinsmitglieder war. „Deswegen haben wir uns überlegt, welche Musikrichtung wir stattdessen anbieten können“, erläutert der Organisator.

50 Bänke besorgt

50 Bänke, einen Getränkewagen und eine Theke stehen für Sonntag bereit. Außerdem kann eine eigene Bestuhlung mitgebracht werden. Die Organisation sei trotz der Pandemie möglich gewesen, aber nur, weil er viele Dienstleister persönlich kenne, ein gutes Verhältnis zu ihnen pflege und sie bereits im Januar angesprochen habe: „Ich weiß von anderen, wie schwierig es ist, Bierbänke zu bekommen, weil viele Anbieter wegen der Pandemie aufgehört haben“.

Für Sonntag rechnet Jürgen Hüftle mit etwa 200 bis 250 Menschen. „Normalerweise haben wir Angst vor Regen, jetzt haben wir Angst vor der Hitze“, sagt er und schmunzelt angesichts der hohen Temperaturen, die auch am Wochenende nicht nachlassen werden. Er könne das Publikum jedoch beruhigen: Am Dienstag habe er sich am späten Nachmittag auf den Außenhof gestellt. „Bereits zu dieser Uhrzeit stand mehr als die Hälfte des Platzes im Schatten“, betont er.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, um Spenden wird gebeten. Das Museum ist an dem Sonntag ebenfalls kostenfrei zu besuchen. Abschließend hält Jürgen Hüftle lachend fest: „Also wenn all das die Menschen nicht von den Bänken reißt, dann weiß ich auch nicht.“