Demonstration: Landwirte fordern einheitliche EU-Regeln

Demonstration : Landwirte fordern einheitliche EU-Regeln

Deutschland liegt in einer Gunstregion für den Anbau von Zuckerrüben, im sogenannten Rübengürtel von Mitteleuropa. Bundesweit, derzeit auch im Rheinland, schlagen nun die Landwirte wegen uneinheitlicher Produktions- und Wettbewerbsbedingungen innerhalb der Europäischen Union Alarm.

Sie kritisieren, dass es in elf von 19 EU-Staaten Beihilfen für den Rübenanbau gibt und auch die Vorschriften für Pflanzenschutzmittelzulassungen nicht einheitlich sind. Gegen diese Ungleichbehandlung demonstrierten am Mittwoch rund 70 Landwirte aus dem südlichen Kreisgebiet vor einer gemeinsamen Sitzung in der Vettweißer Bürgerbegegnungsstätte.

Prinzipiell sei das Rheinland eine der ertragreichsten Zuckerrüben-Regionen, erklärte Wilhelm Püllen. Der Landwirt aus Eschweiler über Feld ist Beiratsvertreter im Rheinischen Rübenbauer-Verband (RRV), der zu der Demonstration aufgerufen hatte. Püllen führte aus, dass es bedingt durch die Nähe zu den Fabriken und der Nähe zum Markt im Rheinland überdurchschnittlich hohe Erträge geben sollte. Tatsächlich sprechen die Landwirte aber von einer Benachteiligung von 20 bis 30 Prozent am Markt. „Wir rutschen in die Nicht-Wettbewerbsfähigkeit“, beschwert sich Püllen.

Betroffen sind davon nicht nur die Landwirte. „Wenn in Europa die Rahmen- und Wettbewerbsbedingungen verzerrt sind, haben unsere Bauern den Nachteil und das ist eins zu eins auch ein Problem der Zuckerverarbeiter“, sagte Heinz Leipertz, Leiter der Region Rheinland beim Zuckerhersteller Pfeifer & Langen mit Werken unter anderem in Jülich, Euskirchen und Elsdorf. Eine weitere Demonstration ist für Freitag in Jülich geplant. Insgesamt sind 16 Veranstaltungen vorgesehen, sodass der RRV mit rund 2000 Teilnehmern rechnet.

Weitere sollen aus dem Bundesgebiet hinzukommen. Das Credo von Landwirten und Zuckerherstellern lautet: „Auf einem gemeinsamen innereuropäischen Markt, sollten für alle Beteiligten auch die gleichen Bedingungen herrschen, sonst ist es kein Binnenmarkt.“

(wel)
Mehr von Aachener Zeitung