Düren: „LalaFoufou“: Der Kumpel, die Diva und das gewisse Etwas

Düren: „LalaFoufou“: Der Kumpel, die Diva und das gewisse Etwas

Man ist froh, ja sogar glücklich, dass diese Melodien da sind. Dass jemand die Beats, die Wörter und das Gefühl aufspüren und auffangen und sie in einem harmonisch klingenden Stück verpacken konnte. Jedes davon erzählt eine andere Geschichte, hat eine andere Farbe, transportiert ein anderes Gefühl.

Interessant ist, wie das entstehen und gelingen kann, wenn die Stimmen und die musikalischen Mittel jedes Mal dieselben sind. Eine akustische Gitarre und vielleicht eine Mundharmonika leisten einer kompromisslos sauberen und chansonhaften Stimme Gesellschaft. Und vielleicht gehört dazu doch ein bisschen mehr. Das gewisse Etwas. Wonach viele Sänger seit eh und je suchen, um authentischer zu wirken und schneller und möglichst viele anzusprechen.

Diese Zwei besitzen es! Wenn sie zusammen auf der Bühne stehen, bilden sie unbewusst eine Einheit, in der alle Elemente im Gleichgewicht sind. Er steht für den Kumpel, mit dem man kindisch sein kann und die Leichtigkeit des Lebens spüren kann. Sie ist zart, feenhaft und eine Diva, die man beschützen soll.

Die Rede ist von „LalaFoufou“. Ein Duett, das am Wochenende in der Fabrik für Stadtteil und Kultur „Becker& Funck“ mit Band aufgetreten ist. Ein Heimspiel sozusagen. Weil ihre Geschichte in Düren angefangen hat. Vor 28 Jahren. Im „Dada“, Dürens früherer Kultkneipe, haben sich „Lala Conique“ und „Le Fou“ ala Ossi Guitar mit 14 Jahren kennengelernt. „Man war damals über jeden schrägen Vogel in Düren froh und man hat verrückte Sachen gemacht, damit etwas passiert“, erzählt der vor Temperament sprühende Deutsch-Afrikaner. Sie haben beide in der Richtung ihren Beitrag geleistet: Es entstand ein gemeinsamer Song „My Little Pub“ über das „Dada“. Dann haben sie sich aus den Augen verloren.

20 Jahre später beim Konzert in Köln haben sich beide auf der Backstage-Party wieder getroffen, und „die Magie war wieder da“, sagt lächelnd Lala. Und seit zwei Jahren erleben beide viele magische Momente. Hinter jedem ihrer Songs und jedem gemeinsam gedrehten Video steht so ein Moment. Ihre Erlebnisse, Erfahrungen, Geschichten aus ihrem Umfeld bekleiden sie mit Rhythmus und mit Worten. 2014 schrieben sie dann ihren zweiten Song „Preddy Cool“. Aus der Melancholie schöpfen sie Energie. Sie inspiriert sie sehr. „Some Old Friend“, „Not Tonight“, „Party´s Over“ und noch viel Titel mehr standen beim Konzert auf der Setliste.

Am Bass war Joe Solbach zu hören. Hinter dem Schlagzeug saß Frank Ebel. Mit dieser Band tritt das Duo seit Oktober 2015 auf. Englisch und Französisch waren die Sprachen in ihrem Repertoire.

Als Vorband trat die junge und frische Jülicher Band „Herr Miesepeters“ auf.

Die gemeinsame Arbeit lässt sich hören. Vor einem Jahr ist ihre erste CD „In The Fires of Mahaba“ entstanden. „LalaFoufou“ wollen am 1. April im Aachener Club „Voltaire“ bei einem Livekonzert eine zweite aufnehmen.

Zwei hoffnungslose Romantiker? Hoffentlich nicht. Eher zwei, die mit ihrem poetischen, britisch und französisch angehauchten Pop mit Elementen der 60er und der 80er die Welt zu einem besseren Ort machen wollen. Schade nur, dass zu wenig Dürener gekommen sind, um diese schöne Welt zu genießen.