1. Lokales
  2. Düren

Niederzier: Ländlich deftig mit einer Portion Lokalkolorit

Niederzier : Ländlich deftig mit einer Portion Lokalkolorit

Ländlich deftig mit einer Portion Lokalkolorit, die für so manchen Lacher sorgt: So soll Volkstheater sein.

Gemessen an diesen Maßstäben hat die „Theatergruppe 95” Niederzier mit dem Schwank „Blaues Blut und Erbsensuppe”, der am Freitag im voll besetzten Bürgerhaus Premiere feierte, nahtlos an die erfolgreichen Stücke der letzten Jahren angeknüpft. Fünf weitere ebenso ausverkaufte Aufführungen folgen bis zum kommenden Sonntag.

Regisseurin Margarete Werres hat mit Dieter Adams Dreiakter ein Stück auf die Bühne gebracht, dass vor allem von den Hauptdarstellern lebt.

Marlene Creder (Ottilie Neureich), der die Rolle der plötzlich zu Geld gekommenen Imbissbudenbesitzerin auf den Leib geschrieben scheint und die beim Versuch, „blaues Blut” in die Familie zu holen, mühelos den vom Drehbuch geforderten Spagat zwischen Dialekt und „fürnehmer”, aber selten treffsicherer Ausdrucksweise meistert, sowie Werner Dohr (Josef Neureich), der trotz seiner millionenschweren Erfindung auf dem Teppich geblieben ist, merkt man die mittlerweile zehnjährige Bühnenerfahrung deutlich an.

Es war schon beeindruckend wie beide trotz Premierenfieber den ersten Akt nahezu im Alleingang meisterten.

Herrlich komisch auch wieder Elisabeth Raths, in der von ihr erwarteten Rolle der einfältigen und nicht immer zitierfähigen Köchin der Neureichs, und Liesel Wirtz, die der Nebenrolle des Hausmädchens Susi deutlich mehr Gewicht verlieh.

Neben ihnen haben es die übrigen Darsteller traditionell schwer, auch wenn man Wiljo Eilers den hoffähigen Butler, Helga Kunze die Rolle der Gräfin Romandeux, Michael Holstein den kindischen Grafensohn und Bärbel Hegi die von ihr schon in früheren Inszenierungen gezeigte Tochterrolle gerne abnimmt.

Doch hier wird auch das einzige Problem der „Theatergruppe 95” deutlich. Es fehlt an Nachwuchs. Das Alter der Darsteller passt nicht immer zu den Charakteren. Dieses Manko machen die Akteure aber durch großen Einsatz wieder wett.

Auch wenn die Schlusspointe ein wenig überraschend kam, zollte das Publikum dem Ensemble mit lang anhaltendem Applaus nach drei unterhaltsamen Stunden den verdienten Lohn für die mehrmonatigen Proben.