Schulgong nach 35 Minuten: „Kurzstunden“ in Dürener Gymnasien gegen den Wärmeschock

Schulgong nach 35 Minuten : „Kurzstunden“ in Dürener Gymnasien gegen den Wärmeschock

Rechenaufgaben, Schreibübungen, naturwissenschaftliche Experimente – sich richtig zu konzentrieren, fällt in den heißen Tagen schwer – davon können auch viele Arbeitnehmer ein Lied singen. Aber für Schüler gibt es im Kreis Düren eine Lösung von der Erwachsene nur träumen können: Hitzefrei und Kurzstunden.

Wenn es in den Schulräumen zu heiß wird (mehr als 27 Grad), können Schulleiter hitzefrei geben – allerdings nur Grundschülern und Schülern der Klassen fünf bis zehn. Für die Oberstufe sieht das Schulministerium kein Hitzefrei vor, wer alt genug ist, muss also schwitzen. Es sei denn, es gibt – wie gestern und heute an den Gymnasien in der Stadt Düren sogenannte „Kurzstunden“. „Der normale Stundenplan wird dabei eingehalten“, erklärt Olaf Windeln, Leiter der St.-Angela-Schule.

Allerdings ende eine Schulstunde nicht nach 45, sondern nach 35 Minuten, und so ist nach der sechsten Stunde schon um 12.20 Uhr, also noch vor der großen Mittagshitze, Schulschluss. „Nachmittagsunterricht findet an so heißen Tagen nicht statt, zumal es sich  häufig um Sportangebote handelt“, erklärt Windeln. Die in dieser Woche anstehenden Abitur-Nachprüfungen würden jedoch trotz der Wärme ganz normal stattfinden.

„Die Entscheidung über Hitzefrei und Kurzstunden liegt in der Hand der Schulleitungen“, erklärt Dirk Keimes vom Schulamt der Stadt Düren, schließlich sei jede Schule auch baulich anders.

Dementsprechend gibt es in der Stadt und im Kreis viele verschiedene Modelle. Die Sekundarschule Kreuzau-Nideggen etwa hat für Mittwoch den Unterrichtsschluss auf 11.15 Uhr festgesetzt, in der Gemeinschaftsgrundschule Eifelfüchse Hürtgenwald wird bis einschließlich zur vierten Stunde unterrichtet. „Wir schauen, dass wir Mathe- und Sprachunterricht an solchen Tagen in den ersten beiden kühleren Stunden des Tages unterrichten können“, erklärt Schulleiterin Ursula Welzel.

Ein angenehmer Nebeneffekt am Schulstandort Vossenack: Er liegt gleich neben dem Freibad – und das dürfen die Kinder auch nutzen. „Hitzefrei muss den Eltern vorher mitgeteilt werden“, erklärt Welzel die Rahmenbedingungen. Dabei werde die Betreuung der Kinder trotz des Unterrichtsausfalls gewährleistet, schließlich können Eltern nicht unbedingt spontan frei nehmen. „Wer also noch nicht Zuhause betreut werden kann, kann trotz Hitzefrei in der Schule bleiben und wird dort von den Lehrern betreut, und der Offene Ganztagsbetrieb findet ganz normal statt, die Angebote werden dann den Temperaturen entsprechend angepasst“, erklärt Welzel. Auch die weiterführenden Schulen dürfen ihre Schüler der Klassen fünf und sechs nur nach Absprache mit den Eltern entlassen, da die Schule ihre Aufsichtspflicht erfüllen muss.

Im Berufskolleg Kaufmännische Schulen in Düren läuft der Unterricht ganz nach Plan weiter. „Auch das ist Teil der Vorbereitung auf das Arbeitsleben. Viele Schüler sind ja auch schon im Erwachsenenalter oder kurz davor“, erklärt Schulleiterin Elvira Pürling.

Mehr von Aachener Zeitung