Niederzier-Ellen: Kurz vor Ausbruch des absoluten Chaos

Niederzier-Ellen: Kurz vor Ausbruch des absoluten Chaos

Eigentlich hatte sich der oberkorrekte Buchhalter Eduard Haselhuhn seinen Job als Geschäftsaufseher in der Ellener Firma des hochverschuldeten Georg Schilling ganz einfach vorgestellt.

Er soll Schilling von seiner kostspieligen Liebschaft mit Revuestar Pussy Angora befreien und ihn stattdessen mit der Tochter des schwerreichen Konsuls verheiraten.

Wer hätte ahnen können, dass die Gegebenheiten komplizierter sind als angenommen und schon bald das absolute Chaos ausbricht? Im ausverkauften Saal der Gaststätte Wamig-Weber feierte der Ellener Theaterverein „Frohsinn” Premiere mit seinem Stück „Ellener Verhältnisse”.

Stück aus den 20er Jahren

Der Schwank in drei Akten basiert auf dem Bühnenstück „Unter Geschäftsaufsicht” von Franz Arnold und Ernst Bach, das von Regisseur Dr. Helmut Brandt ausgewählt und für den Theaterverein bearbeitet wurde. „Wir spielen gerne Stücke aus den 20er Jahren. Das sind meist Komödien mit einem gewissen Niveau, die noch nicht so unter die Gürtellinie zielten wie manche heutigen Stücke”, erklärte Brandt. Zu den sieben Aufführungen in diesem Jahr werden 2500 Zuschauer erwartet.

Dass die Erwartungen der Zuschauer nicht enttäuscht wurden, ist vor allem das Verdienst des großartigen Ensembles, das die Herausforderung einer dreistündigen Aufführung souverän meisterte. Die gerissene Pussy (überzeugend dargestellt von Doris Löhrer) spielt mühelos ihre Liebhaber gegeneinander aus, was Schilling, dem Sebastian Lingens mit trockenen Kommentaren einen Hauch von Selbstironie verleiht, erst spät kapiert.

Die schlaue Tochter des Konsuls (Ute Mambor), die sich als Sekretärin bei Schilling einschleicht, sorgt für zusätzliche Verwirrung und Peter Heyden kann in der Rolle des Pantoffelhelden Haselhuhn, der nach einem unfreiwilligen Auftritt in Pussys Revue in ganz Ellen als „Schnucki” bekannt ist, sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen.

Zum Publikumsliebling avancierte die unbedarfte Marliese aus Kalterherberg (Roswitha Fuhs), die sich - von Pussy inspiriert - kurzerhand auf jeden Mann stürzt.

Außerdem trugen das aufwendige Bühnenbild von Hannelore Heyden und die Bühnentechnik von Willi Schulte und Friedel Kubiak zum Erfolg der Premiere bei. Das Publikum belohnte die Darsteller schon während der Vorstellung immer wieder mit begeistertem Zwischenapplaus.

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