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Düren: Kurs für Schülerinnen: Wie aus Angst plötzlich Mut werden kann

Düren : Kurs für Schülerinnen: Wie aus Angst plötzlich Mut werden kann

Konzentriert und engagiert flitzten sie an diesem Samstagmorgen im Pulk durch die Turnhalle der Heinrich-Böll-Gesamtschule. Insgesamt 18 Mädchen nahmen an einem Selbstbehauptungs- und verteidigungskurs des Vereins „Basta“ teil.

Sie kamen von sieben Schulen: Heinrich-Böll-Gesamtschule, Anne-Frank-Gesamtschule, Sekundarschule Kreuzau, Schirmerschule Jülich, Burgau-Gymnasium, Gymnasium am Wirteltor und Stiftisches Gymnasium.

In dem Programm, das an drei Tagen durchgeführt wurde, wurde beispielsweise an einer männlichen Puppe geübt, wohin die Mädchen am wirkungsvollsten schlagen oder treten können, um einen Angriff abzuwehren.

Gestik, Mimik und Sprache

Im Vorfeld lernten die Schülerinnen von Marion Laßka, vom Kriminalkommissariat für Prävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde Düren, mit welcher Gestik, Mimik und Sprache man auf Aggressoren reagieren soll. Die Manipulationsstrategien möglicher Täter wurden akribisch hinterfragt. In Rollenspielen übten die Teilnehmerinnen Reaktion und Gegenreaktion. Dabei wurden meist Situationen gewählt, die sich im Nahbereich der Mädchen abspielen. „Denn“, erklärte Sigrid Bergsch vom Verein „Basta“, „die häufigsten Übergriffe finden in der täglichen Nähe der Kinder statt.“

Die Schülerinnen lernten in dem Kurs neben der psychologischen Seite technische Möglichkeiten, sich eines Angreifers zu erwehren, darunter Übungen wie Handbefreiungen, Schienbeintritte, Handballenstoß, Ellbogenstoß, Schläge und Tritte in die Genitalien. Eine gute Voraussetzung für alle körperlichen Abwehrmechanismen ist die psychische Befindlichkeit der Angegriffenen.

Ein so genannter „Mutsprung“ kann Angst in Mut verwandeln. Allgemein sollte die innere Hemmschwelle überwunden werden, um die Bereitschaft zu erhöhen, den Gegner mit äußerster Spannkraft abzuwehren.

Wie erkennt man KO-Tropfen?

Auf dem Programm stand auch die Frage, wie erkenne ich, dass mir jemand KO-Tropfen verabreichen will, und was sollte ich dann tun?

Der Kurs, der von den Erzieherinnen Sigrid Bergsch und Angelika Heuring durchgeführt wurde, ist für die Schülerinnen kostenlos. Er wird finanziert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW.

Schnittstelle zwischen dem Ministerium und dem Kreis Düren ist die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Düren, Andrea Kenter, die den Kurs beim Ministerium erfolgreich beantragt hatte. Das landesweite Projekt ist nach der berüchtigten Silvesternacht in Köln ins Leben gerufen worden.