Kunstwoche in Niederzier

Ausstellung „Farbwelten und Texturen“ : Paris, New York, London – und Niederzier

Die Kunstwoche in Niederzier wurde mit einer Vernissage zur Ausstellung „Farbwelten und Texturen“ eröffnet. Die Alte Rentei der Wasserburg beheimatet während der Kunstwoche die Bilder von Ursula Schregel.

Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Oktober von 11 bis 18 Uhr und am letzten Tag bis 17 Uhr zu besichtigen. Bei der Eröffnung sorgte der Kölner Saxophonist Wim Woellner mit delikaten Saxophonklängen für eine positive Vibration im Raum. Der Niederzierer Bürgermeister Hermann Heuser hatte schöne Worte über die Künstlerin und ein wenig Stolz über ein spannendes und mit anspruchsvollen Künstlern besetztes Kulturprogramm mitgebracht.

Er bedankte sich bei allen Mitwirkenden und den Unterstützern der Kunstwoche. Diejenigen, die sie noch nicht gut kannten, bekamen die Möglichkeit, das prompt nachzuholen, durch das Künstlergespräch, moderiert von Radio- und TV-Moderator Thomas Hackenberg. Prominente Gäste, Kollegen und Freunde der Künstlerin erlebten eine sehr spannende amerikanische Versteigerung eines ihrer Bilder.

Großformatige, vielschichtig umrahmte Farbwelten hängen an den Wänden der Alten Rentei der Wasserburg in Niederzier. Ein Treppenhaus, zwei Stockwerke und viel weiße Fläche haben sie für sich beansprucht. Abstrakte Kunst in Acryl und Mischtechniken. Kunst ohne den Anspruch beschrieben, benannt und betitelt sein zu wollen, denn ein großer Teil der Bilder hat gar keinen Titel. Und trotzdem, diese Kunst wirkt, beeinflusst und ist sehr präsent. Bilder wie „Ground Absent“, „Caminos“, „Plastik Ocean“ und „Chemins“ hingen schon an den Wänden in Hamburg, Luxemburg, New York, Paris, Bahrain und London.

Die Künstlerin geht ohne Erwartungen und mit Intuition an ihr Werk heran. Die Bilder entwickeln sich wie von alleine, das braucht Vertrauen und Zeit. Sie trägt manchmal 15 bis 20 Schichten auf und dann trägt sie einige wieder ab. „So entsteht eine ganz besondere Tiefe“, erzählte Ursula Schlegel. In ihrem Atelier in Niederzier hängen parallel viele unvollendete Arbeiten, die auf ihre Hand warten. „Ich fange an und greife stimmungsbedingt zu einer bestimmten Farbe. Ein fast meditativer Zustand, man fühlt sich ganz auf sich zurückgeworfen“, berichtete die Wahl-Niederzierin.

Der Weg in die Kunst begann für die damalige WDR-Redakteurin im Jahr 2015 nach einem Malkurs in der Kunstakademie Heimbach. Sofort danach war für sie klar, dass sie sich den Bildern widmen will. Als Kind einer Malerin habe sie lange gebraucht, um ihren ersten Strich auf die weiße Leinwand zu setzen.

Eins ihrer Bilder wurde an die Gewinnerin des Golfturniers „Kunst und Golf“ im Golfclub Düren übergeben. Ein zweites Bild wurde zu Gunsten der Kunstakademie Hambach am selben Abend versteigert.

Eine Lesung mit Jochen Kolenda, eine Hörspielpräsentation mit Yasmin Reza, eine Einführung in die Teezeremonie im Andreashaus und ein Konzert mit dem Echo Preisträger Tim-Allhoff-Trio stehen noch auf dem Programm.

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