Düren: Kunstwerke Diesterheft-Brehme: Spiel mit Material, Farbe und Besuchern

Düren: Kunstwerke Diesterheft-Brehme: Spiel mit Material, Farbe und Besuchern

Ein Spiel mit dem Material, der Farbe und den Besuchern — So präsentierte Wilfried Diesterheft-Brehme seine Kunstwerke in der Emmaus-Kapelle auf dem Evangelischen Friedhof an der Kölnstraße. Die Werke sind Teil der Reihe „Omega Blue“ und werden unter dem Titel „Wandlungen“ noch bis Anfang November in der Trauerhalle präsentiert.

Der Düsseldorfer ist eigentlich Pfarrer, widmet aber den Großteil seiner Zeit der Kunst. Mit blauer Farbe greift er auf seinen Blei-Kunstwerten die Thematik „To feel blue“, zu Deutsch „traurig sein“, auf. Er spielt mit dem Gegensatz der Schwere und der Leichtigkeit.

Unterstützt wurde dieses Thema auch vom Saxophonisten und Komponisten Mischa Ruhr, der die Vernissage mit Blues-Musik begleitete. „Blau ist zum einen eine Farbe der Traurigkeit“, erklärt Diesterheft-Brehme. „Gleichzeitig ist sie aber auch die Farbe der Treue und für mich auch der Hoffnung.“

Das Blei für seine Werke hat der Künstler über Jahre hinweg gesammelt. „Ich habe in einem Pfarrhaus gewohnt, an dem Dacharbeiten durchgeführt wurden“, erzählt der Düsseldorfer. „Die Handwerker haben mir die Bleiplatten dann quasi vor die Füße geworfen.“

Von diesem Zeitpunkt an fing für ihn das Spiel mit dem Material an. Es fasziniert ihn, dass das Material gleichzeitig schwer, dann aber wiederum leicht zu biegen ist. Dies konnten die Besucher der Vernissage an einem Teststück im Selbstversuch ausprobieren.

Außerdem wurde der Begriff des Bleibens aufgegriffen. In der ganzen Kapelle, an Wänden, Stühlen und sogar Steckdosen, waren Bibelsprüche mit dem Wort „Bleiben“ verteilt. Die Besucher konnten einen persönlichen Spruch aus einer Kiste ziehen und waren dann eingeladen durch den Raum zu wandern, ihren Spruch zu suchen und sich auszutauschen.

Etwas wie bei „Reise nach Jerusalem“ sollte innegehalten werden, wenn die Saxophonmusik stoppte. Durch diese ungewöhnliche Idee entstand eine lockere und bewegte Atmosphäre, in der die Kunst mit musikalischer Untermalung besonders gut zur Geltung kam.

(km)
Mehr von Aachener Zeitung