Düren: Kunstpreis des Kreises an Thomas Kellner

Düren: Kunstpreis des Kreises an Thomas Kellner

Fotokünstler Thomas Kellner ist neuer Träger des vom Kreis Düren ausgelobten Kunstpreises. Am Sonntag nahm der im Kreis Düren aufgewachsene und in Siegen lebende Fotograf die Auszeichnung aus den Händen von Käthe Rolfink, der Vorsitzenden des Kreiskulturausschusses, und Landrat Wolfgang Spelthahn entgegen.

Der Kunstpreis ist mit 5000 Euro und einer Einzelausstellung samt Katalog dotiert und wurde zum vierten Mal vergeben.

Entdeckungsreise

Thomas Kellner fotografiert weltbekannte Bauwerke. Seine kaleidoskopartige Kompositionstechnik vereint Aspekte von Medien-Collage, Fotografie und Film. Er bildet dabei nicht ab, sondern ist mit dem Medium Film bildnerisch tätig, bezieht das 35-Millimeter-Grundmaterial mit ein. Die von ihm so fotografierten Bauwerke wirken bekannt, präsentieren sich aber für den Betrachter neu, laden zu einer Entdeckungsreise ein.

„Gerade bei Kellners Bildern wird eine recherchierende Neugier geweckt. In manchen Fällen ergibt sich eine sofortige Identifikation des Monumentes, in anderen kann man es aufgrund des Formenrepertoires entschlüsseln, und in einigen nicht omnipräsenten Objekten bleibt der schnelle Aha-Effekt verschlossen. In jedem Falle setzt aber eine intellektuell-visuelle Auseinandersetzung mit dem Bild ein”, würdigte Dr. Frank Günter Zehnder, Direktor der Kunstakademie Heimbach, in seiner Laudatio den Künstler.

Bei seinen Kompositionen setzt Kellner die Gesamtwerke aus Einzelaufnahmen zusammen. Er verwendet dabei den gesamten Filmstreifen. Je nach Motiv und Bild-Idee variiert die Anzahl der Einzelaufnahmen dabei von 35 bis 1296.

„Was hier zur unverwechselbaren Technik und Kompositionsweise von Thomas Kellner gehört, erinnert doch zugleich auch an die Bilderschwemme, der wir alle rund um die Uhr geradezu pausenlos ausgesetzt sind”, sagte Laudator Zehnder. Wir seien von einer bunten Bilderwelt umgeben, die dazu führt, vieles nur flüchtig, vordergründig und oberflächlich wahrzunehmen. Kellners Herangehensweise erlaube dem Betrachter eine Analyse, ein Hinterfragen des Gezeigten.

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