Düren: Kunst gegen Klimawandel mit Künstler Josef Hack

Düren : Kunst gegen Klimawandel mit Künstler Josef Hack

Auf dem Boden des Kunstsaales im Stiftischen Gymnasium liegen Lkw-Planen in verschiedenen Farben. Rund 50 Jugendliche der Jahrgangsstufe Q1 und Kunstlehrerin Christina Bertlich (32) bemalen diese Planen. Der bekannte Künstler Hermann Josef Hack ist an der Schule zu Gast, er möchte mit den Schülern zum Thema Klimawandel und Flüchtlinge arbeiten.

„Diese beiden Themen“, sagen Katharina Honfilter (16) und Jaqueline Copoix (17), „sind sehr aktuell. Da sprechen wir auch in anderen Fächern drüber. Es ist gut, dass wir uns damit jetzt auch kreativ auseinandersetzen können.“„Globale Verpuppung“ nennt Hermann Josef Hack (siehe Themeninfo) seine außergewöhnliche Aktion, die er schon in Lyon und Marseille in Frankreich, der griechischen Hauptstadt Athen und seiner Heimatstadt Siegburg durchgeführt hat — immer mit Schülern. „Es sind die jungen Menschen“, sagt der 61-Jährige, „die das Thema am meisten betrifft. Meine Generation hat es versäumt, den Schalter umzulegen. Die Jugendlichen müssen etwas tun.“

Hack will, dass junge Leute sich mit Hilfe der Kunstaktion Gedanken über die Welt machen. „Wir sind alle Teil dieser Weltgemeinschaft“, sagt er. „Und deswegen gestalten wir sie auch — ob wir wollen oder nicht.“

Das, erklärt Hack weiter, sei auch der Sinn von Kunst. „Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum in Diktaturen Künstler immer zuerst verhaftet werden? Weil Kunst eben viel mehr ist als Bilder, die in einem Museum hängen. Kunst hat eine unheimliche Kraft und ist gefürchtet.“

Zwei Tage arbeitete Hack mit den „Stift“-Schülern. Die Jugendlichen waren in der Gestaltung ihrer Planen völlig frei. Gezeigt werden die Arbeiten auf der Hohen Straße und der Schildergasse — den beiden Haupteinkaufsstraßen in Köln mit Tausenden Passanten täglich. „Die Planen“, erklärt Hack, „werden nur an einem Zipfel befestigt. Ich möchte, dass sie wie Insektenpuppen aussehen. Daher kommt auch der Titel dieser Kunstaktion.“

Es sei wichtig, betont Hack weiter, den Betrachtern der Kunstwerke Ideen zu geben und sie anzuregen, sich selbst Gedanken zu machen. „Dann kann — wie bei einem Insekt — nach der Verpuppung etwas Großartiges entstehen.“