Düren: „Kunst gegen Bares“: Humorvoller Blick auf ernstes Thema

Düren: „Kunst gegen Bares“: Humorvoller Blick auf ernstes Thema

Erst ein rebellischer Punk-Song im Akustikformat, dann ein humorvoller Blick auf die Flüchtlingskrise — es ist die Spannbreite an Kleinkunst, die das Format „Kunst gegen Bares“ auszeichnet. Momentan gastierte die Show an verschiedenen Stellen der Region und bringt regionale und nationale Akteure mit dem Publikum zusammen.

Am Montag trafen sich die Künstler zum vierten Mal im Keller des „Komm“-Zentrums und begeisterte die Gäste mit einem kurzweiligen Mix aus Musik, Stand-Up, Poetry-Slam und Kabarett. Über die Höhe der Gage entscheidet dabei das Publikum, welches am Ende die Sparschweine der Künstler füllen muss. Der am reichsten entlohnte wird zum „Kapitalistenschwein“ des Abends erkoren.

Acht Künstler erlebte das Publikum unter der Moderation von Daniel Kus. Musikalisch boten „Nic und die Marmeladendiät Band“ akustischen Punk, während das Duo „Herr Miesepeters“ im Songwriter-Genre etwas sanftere Töne anschlug. Unter den modernen Poeten im „Poetry-Slam“ gelang es vor allem Artem Zolotarov nachdenkliche Töne zum Thema Fremdenfeindlichkeit anzustimmen, während Neueinsteiger Megamartin sich an den Themen „Superhelden“ und „Liebeskummer“ versuchte.

Reichlich entlohnt

Im Comedy-Bereich gingen Salim Samatou und Berhane Berhane die Flüchtlingskrise mit Humor an. Berhane Berhane überzeugte darüber hinaus mit einer netten Sketch-Nummer, bei der das Publikum sein Schauspiel mit Geräuschen untermalen musste. Isabel Arnold gelang an der Gitarre eine lockere und zugleich bissige Musik-Comedy.

Herzerfrischend war auch der Beitrag von Patricia Lürmann zum Thema moderne Ernährung: Bei den Einwürfen „Ach, du trinkst also noch Milch…“ und „Vegetarier? Ja, so habe ich auch mal angefangen“, in Anspielung auf die Auswüchse heutiger Ernährungskultur, kringelte sich das Publikum vor Lachen.

Den „Wettbewerb“ gewann am Ende Salim Samatou, in sein Sparschwein wanderten die meisten Euros. Artem Zolotarov belegte den zweiten Rang vor Berhane Berhane auf Platz drei. „Die Dürener waren super spendabel, es kamen 685 Euro zusammen“, verrät Moderator Daniel Kus. Bei 65 Leuten im Publikum war das ein stolzer Wert.

(heb)