Kulturhalle geht, Aula kommt: Diskussionen um Kosten

Diskussion um Kosten: Neue Aula darf keine preisliche Wundertüte werden

Die Baugenehmigung für die neue Schulaula ist erteilt, der Abriss der alten Kulturhalle soll in Kürze erfolgen. Und klar ist auch: Langerwehe kann sich kein Gebäude leisten, das mehr als 1,6 Millionen Euro kostet.

Das ist der absolute Höchstpreis inklusive Bühne und Inventar, den die Kommune für die neue multifunktional nutzbare Aula mit Platz für bis zu 400 Personen ausgeben kann. Doch jetzt gibt es offensichtlich doch Probleme – vor allem finanzieller Art – und daher auf Antrag von SPD und FDP am Freitagabend eine Sondersitzung des Rates.

Zum Hintergrund: Die Kulturhalle am Exmouthplatz war so marode, dass eine Sanierung nicht möglich war. Die Verantwortlichen von Rat und Verwaltung hatten sich deswegen für eine Aula und keine neue Kulturhalle entschieden, weil sie für den schulischen Raum Fördergelder aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ verwenden möchten. Und zwar die komplette Summe, also insgesamt 1,2 Millionen Euro, die die Gemeinde aus diesem Topf bekommt. Hinzu kommen noch 600.000 Euro aus der Investitionspauschale und 450.000 Euro aus der Schul- und Bildungspauschale. Macht insgesamt 2,3 Millionen Euro, die reichen müssen, um eine neue Aula für maximal 1,6 Millionen Euro und den Abriss der alten Kulturhalle, der mit rund 700.000 Euro veranschlagt wird, zu bezahlen.

Eröffnung erst 2020

Bei der jüngsten Bauausschuss-Sitzung in Langerwehe hat das mit dem Bau der Aula beauftragte Planungsbüro Kempen und Krause aus Aachen einen Zeit- und Finanzierungsplan für die neue Aula vorgestellt. Ursprünglich, so lauteten jedenfalls die Planungen im Oktober 2017, sollte die Aula bereits in diesem Jahr fertig sein, jetzt soll das Gebäude erst im ersten Quartal des nächsten Jahres eröffnet werden. Erste Ausschreibungen sind schon erfolgt – zum Beispiel für notwendige Erdbauarbeiten und den Rohbau. Insgesamt umfassen diese Ausschreibungen mehr als die Hälfte der gesamten Baukosten. Das ist grundsätzlich kein Problem, zumal Planer Jürgen Bäuml erklärt hat, warum es sinnvoller ist, verschiedene Gewerke einzeln auszuschreiben als die Aula komplett. „So kann es gelingen, regionale Unternehmen einzubinden. Außerdem glaube ich, dass es im Augenblick sehr schwierig ist, ein Unternehmen zu finden, dass den Bau der gesamten Aula übernimmt.“

Einziges Problem: Bei Einzelausschreibungen ist es schwieriger, die Kosten zu kalkulieren und im vorgegebenen Finanzrahmen zu bleiben. Schon jetzt hat Bäuml davon gesprochen, dass die Kosten für die Aula auf Grundlage des Baupreisindex von 2018 kalkuliert worden seien. „Jetzt schreiben wir das Jahr 2019, und die Baukosten sind deutlich gestiegen. Die 1,6 Millionen Euro sind sehr ambitioniert.“ Ist der Rohbau einmal ausgeschrieben, kann daran nicht mehr gespart werden. Außerdem muss der Bau dann realisiert werden – auch, wenn es nur wenige, vielleicht teure Angebote gibt. „Davon gehe ich aber nicht aus“, erklärte Bäuml. „Das ist durchaus eine attraktive Baustelle, allein wegen des Volumens und der guten Lage. Sie passt ins Beuteschema einiger Firmen.“ Gleichwohl arbeitet Bäuml auch mit einer Kostenreserve von zehn Prozent der veranschlagten 1,6 Millionen Euro. „Das ist Geld, das wir überhaupt nicht haben“, betonte Ludwig Leonards (SPD). „Die neue Schulaula darf preislich für uns keine Wundertüte werden. Wir sollten uns Gedanken über einen Plan B machen.“ Wie der aussehen könnte, wurde allerdings in der Sitzung nicht diskutiert.

Die Ausschreibungen wurden mit einer Abgabefrist bis Donnerstag, 14. März, versehen. Geplant war, das Thema in der Bauausschusssitzung am gleichen Tag weiter zu besprechen. SPD und FDP haben aber eine Sondersitzung des Rates beantragt. Am Freitagabend sind die Kosten also Thema einer nichöffentlichen Sitzung.

(kin/wel)
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