Heimbach: Künstlerische Frauenpower im Haus des Gastes

Heimbach: Künstlerische Frauenpower im Haus des Gastes

Ein Meer von Eindrücken erwartet den Gast im Heimbacher Haus des Gastes. Nur allmählich - besser noch mit professioneller Hilfe - überschaut er die vielen verschiedenen Gemälde und kann nach einiger Zeit unterscheiden, welches Bild zu welcher Künstlerin gehört.

Als Ruhepol mittig aufgestellt ist die Schmuckkollektion von Trinidad Sobral Sanchez aus Niederzier, eine Spanierin, geboren in der uralten spanischen Stadt Salamanca. Lampen, Ketten, Ringe, alles, was zum Schmuck gehört, ist auf dem Tisch zu besichtigen. Alle Stücke, so versichert die Künstlerin, sind Unikate. Ihr Material: Glas in verschiedenen Konsistenzen, Stahlblech, Natursteine, Halbedelsteine, Edelmetalle und Fabrikpulver.

Gerlinde Bawendis Leidenschaft fokussiert sich auf die Eifeler Landschaften, die sie mit kräftigen Farbtönen - Acryl auf Leinwand - aufträgt. In die abstrakten Landschaften platziert sie historische Gebäude wie Kirchen und Burgen. Doch auch mit ihren Stillleben wie Vasen, Flaschen und Blumen setzt sie in einer Mischung aus realistischen und impressionistischen Stil unverkennbare Akzente.

Hartmut Schirrmacher alias Merlin Flu war bei der Vernissage verhindert. Seine Frau Christine Schirrmacher vertrat ihn würdig. Auch Merlin Flus Farben sind kräftig, die Formen gegeneinander hart abgegrenzt. Die Maluntergründe sind Leinwand und Papier, die er mit Acryl in Szene setzt. Ab und zu werden Kristalle zur Farbe dazugemischt.

Raue Romantik Australiens

Dass Elvi Soretire-Steinmann ein Faible für die raue Romantik Australiens hat, bemerkt der Betrachter spätestens an dem großformatigen Gemälde, auf dem ein Aborigine vor den steinigen Konturen des geheimnisvollen Outbacks am Beginn seiner Traumzeitwanderung steht.

Etwas Besonderes sind ihre Gemälde mit Punkten in verschiedenen Größen als Hintergrund. In zehn Jahren Australien hat sie diese Technik der Eingeborenenkünstler erlernt. Mit runden Holzstäbchen verschiedener Durchmesser setzt sie Punkte, bevor sie Pflanzen und Tiere in dem Bild aufleben lässt. Die Künstlerin hat den Traum, die Menschen mit ihren Bildern auf die gefährdete Natur aufmerksam zu machen.

Die Fünfte im Bund heißt Alice Kremer. Die gelernte Lehrerin „mit Hang zur Geschichte” nimmt an Ausgrabungen und geologischen Führungen teil. Kein Wunder, dass im Haus des Gastes Fundstücke aus vielen Epochen zu bewundern sind. Einen römischen Türgriff verziert sie mit einem Stierkopf, die Masken römischer Kaiser und alte Puppen, gemalt mit Aquarell, Acryl und Mischtechniken, bringen die Antike näher. Doch auch sie zeigt durch Pflanzen- und Tierbilder ihre Naturverbundenheit. Eröffnet wurde die Ausstellung von Vizebürgermeisterin Evelyn Fleuth.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Zu sehen sind die Werke der fünf Künstlerinnen bis zum 13. Dezember 2010, täglich von 14 bis 17 Uhr.

An den Sonntagen, so versprechen die Künstlerinnen, werden sie schon ausnahmsweise um 11 Uhr das Tor im Haus des Gastes öffnen.

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