Merzenich: Künstlerin Anita Ernst stellt ihre Werke im Merzenicher Wasserturm aus

Merzenich: Künstlerin Anita Ernst stellt ihre Werke im Merzenicher Wasserturm aus

Anita Ernst hat lange nach einem idealen Ausstellungsort für ihre Werke gesucht. Dass sie ihn in Merzenich, gar in einem Wasserturm, findet, hätte sie wohl nicht gedacht. Am Sonntag lädt die Ausstellung „Querschnitt 2012 bis 2015“ ab 11 Uhr zum Verweilen und Genießen ein.

Ein Grußwort spricht Gottfried Schwarz, Erster Vorsitzender des Vereins „Kultur & Denkmal Merzenich“. „Eine Studienkollegin aus Bonn hat mir von diesem Ausstellungsort erzählt“, freute sich die Künstlerin vom Niederrhein über den „Geheimtipp“. Bonn ist natürlich nicht wesentlich näher, die Anreise lohnt dennoch. „Es ist wichtig, Orte auszuwählen, die die Werke zur Geltung kommen lassen“, findet Ernst.

Wände als Rahmen für Bilder

Und der Merzenicher Wasserturm ist genau so ein Ort. Von außen recht unscheinbar in dunklem Gewand, von innen erstrahlt jede der drei Etagen geradezu in schönstem Weiß. „Tolle, hohe Wände, die als Hintergrund gut wirken — es ist fast wie ein Rahmen. Ich freue mich, diesen Ort bespielen zu dürfen. Bilder brauchen Platz und dürfen sich nicht gegenseitig erschlagen“, hält Anita Ernst die richtige Wirkung eines Kunstwerks für wichtig.

Betritt man dieser Tage den Wasserturm, wird man zu einer interessanten Reise mitgenommen. So beginnt Ernst mit Abstraktionen auf der ersten Etage, auf der zweiten Etage kann man dagegen Gegenständlichkeiten erblicken.

Sei es ein französisches Mädchen, gerade einmal im Alter von zwei Jahren, aber schon so keck auftretend, wie man es vielleicht von einer Jugendlichen erwarten würde, oder eben ein mayanischer Tänzer, von dem ein „unbeschreibliches Energieumfeld“ ausgeht. Motive, die Anita Ernst beim Bereisen verschiedener Länder und Kontinente fotografierte, um anschließend verschiedene Ausschnitte malerisch umzusetzen.

„Es sind Motive aus aller Welt und jedes einzelne Bild hat seine eigene Geschichte“, muss Ernst lächeln, als die Erinnerungen beim Betrachten der eigenen Werke hochkommen. Auf der dritten und letzten Wasserturm-Ebene hat Ernst Naturabstraktionen arrangiert — jedes Acryl-Bild befindet sich in einer eigenen Nische. „Das gibt den Bildern noch einmal mehr Wirkung. Man kann sich voll und ganz auf das Bild, das man gerade betrachtet, konzentrieren. Die Menschen sollen in meinen Bildern spazieren gehen“, sagt Anita Ernst. „Eigene Erlebnisse“ habe schließlich jeder in der Natur gesammelt und Ernsts Werke regen dazu an, sich an solche zu erinnern: „Es geht mir um Eindrücke aus der Natur.“ In Zukunft möchte die vielseitige Künstlerin aus Neukirchen-Vluyn noch intensiver Abstraktion mit Gegenständlichem kombinieren.