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Düren: „Kritisch, nicht hoffnungslos”

Düren : „Kritisch, nicht hoffnungslos”

Die gute Nachricht vorweg: Trotz weiter sinkender Kirchensteuereinnahmen kommt es im Evangelischen Kirchenkreis Jülich - anders als im Bistum Aachen - nicht zu Stellenkürzungen.

Auch im kommenden Jahr wird die seelsorgerische und gesellschaftliche Arbeit im bisherigen Umfang fortgeführt. „Wir haben den status quo erhalten”, sagte Superintendent Klaus Eberl. An diesem Wochenende verabschiedete die Kreissynode in Düren die Haushaltspläne für das Jahr 2005. Die Lage sei „kritisch, aber nicht hoffnungslos”, beurteilte Eberl die finanzielle Situation.

Keine Entspannung

Aber auch wenn keine Stellen abgebaut werden, dürfe man keine grundsätzliche Entspannung erwarten, so Eberl weiter, obwohl sich die Lage aufgrund eines bereits vor zehn Jahren eingeschlagenen Sparkurses „etwas besser als die des Bistums Aachen” darstelle. Ziel aller Bemühungen sei es stets gewesen, die Kirche vor Ort, die einzelnen Gemeinden, handlungsfähig zu erhalten.

Doch Ausruhen kann sich der Kirchenkreis auf den jüngst beschlossenen Haushaltsplänen wohl kaum: Für die nächsten Jahre rechnet die Evangelische Kirche in den Kreisen Düren und Heinsberg sowie in Eschweiler mit weiteren Einbußen bei der Kirchensteuer.

Der Anteil der Christen an der Bevölkerung, so Eberl, werde zurückgehen. Bis 2020 prognostiziert er einen Rückgang der Kirchenmitglieder von 10 bis 25 Prozent. „Darüber hinaus bleiben die wirtschaftliche Belebung und der Abbau der Arbeitslosigkeit aus.”

Zudem habe die Steuerreform nicht zu der erhofften Ankurbelung der Wirtschaft geführt, allenfalls die öffentlichen Haushalte ruiniert. „Nun treffen zwei Phänomene aufeinander, leere Kassen in den Kommunen und zurückgehende Kirchensteuereinnahmen”, resümierte der Superintendent.

Viele Kirchengemeinden, die refinanzierte öffentliche Aufgaben wahrnehmen, würden sich trotz Sparkurs „am Ende der Fahnenstange” bewegen. „Sparen alleine genügt nicht”, betonte Eberl, neue Einnahmequellen müssten gefunden werden. Zunehmende Bedeutung hätten dabei die Gründung von Stiftungen und Sponsoring für konkrete Aufgaben und Projekte.

Von denen gibt es derzeit viele, die auch weiterlaufen werden, denn aus dem gesellschaftlichen Engagement will sich der Kirchenkreis nicht zurückziehen: Erst in der vergangenen Woche wurde der erste Spatenstich zum Neubau des „Bildungshauses” in Jülich getan. Ein weiteres Projekt in der Vorbereitung ist die Betreuung von minderjährigen, unbegleiteten Asylbewerbern. Eberl: „Wir wollen helfen, diesen Menschen wieder Hoffnung und eine Perspektive zu geben.”

Seinen Bericht für die Synode hatte der Superintendent mit „Hoffnung - eine Reise in die Zukunft” betitelt. In Zukunft würde sich auch der Kirchenkreis weiter wandeln und reformieren:„Wir betrachten solche Veränderungen getrost und hoffnungssicher.” Kirche hat auch mit sinkenden Steuereinnahmen für ihn Perspektive.