Düren: Krise machte einen Bogen um die Kirmes

Düren: Krise machte einen Bogen um die Kirmes

Die Sorgen der Schausteller waren unberechtigt. Angesichts der Wirtschaftskrise, der Kurzarbeit in vielen Betrieben im Kreis Düren und der unsicheren Zukunft hatten sie befürchtet, 2009 könnte für die Annakirmes ein schwieriges Jahr werden.

Erfahrungen auf anderen Volksfesten hatten dieser Befürchtung Nahrung gegeben. Doch die Krise machte einen großen Bogen um den größten Rummel in der Region.

„Es war eine vernünftige Veranstaltung. Kein großartiges Jahr, aber eins, mit dem wir sehr zufrieden sein können”, urteilt Bert Cremer, Vorsitzender des Verbandes Reisender Schausteller (VRS). „Die Annakirmes ist und bleibt für die Menschen einfach etwas Besonderes.”

Von rund einer Million Besucher an den neun Kirmestagen geht Bert Cremer aus. Dabei bezieht er sich auf eine Zählung von vor zwei Jahren, als eine knappe Million Kirmesfans auf dem Platz gewesen sein soll.

„Diesmal waren es nach meinem Eindruck sogar noch ein paar mehr”, schätzt Cremer. Und die haben vor allem die Fahrgeschäfte sehr gut angenommen, weiß der Schausteller-Chef. Allen voran den Booster Maxxx, die neue Hightech-Schaukel, die erstmals in Düren aufgebaut wurde.

„Der Betreiber musste an zwei Abenden um 22.30 Uhr die Kasse schließen, weil er sonst die Fahrgäste, die mit Ticket in einer ellenlangen Schlange standen, nicht mehr bis zum Feierabend hätte fahren lassen können”, berichtet Cremer.

Ein großer Erfolg war wieder einmal der Familientag. Bei um die Hälfte reduzierten Preisen machten viele Schausteller am Dienstag deutlich mehr Umsatz als an den anderen Tagen. „Dieser Tag wird immer gut angenommen, aber so stark wie dieses Jahr war er selten”, sagt Cremer.

Der Donnerstagabend als klassischer „Clübchen”-Tag sei ebenfalls prima gelaufen. Wobei der VRS-Vorsitzende den übermäßigen Alkoholkonsum mancher Gruppen an diesem Abend durchaus kritisch sieht: „Bei einigen artet das in Kampftrinken aus. Das ist natürlich nicht in unserem Sinne.”

Um so mehr dafür der Verlauf des Feuerwerkabends. Am Freitag, oder besser gesagt am frühen Samstagmorgen, sei der Platz im Gegensatz zu anderen Jahren bis zum Feierabend um 2 Uhr proppenvoll gewesen.

Häufiges Gesprächsthema bei der Annakirmes 2009 war die Frage nach einer Verlängerung des Dürener Volksfestes. Nachdem die DZ den zehnten Kirmestag ins Gespräch gebracht hatte, habe er fast durchweg positive Resonanz auf diese Überlegung bekommen, sagt Bert Cremer, der eine Verlängerung der Kirmes für „nicht überlebenswichtig, aber eine schöne Sache” hält.

Wie die Schausteller zieht auch die Polizei eine überwiegend positive Annakirmesbilanz. Zwar kam es wieder zu den wohl unvermeidlichen Schlägereien auf dem Rummel, bei denen einmal sogar ein Messer eingesetzt wurde, doch im Vergleich zu den Vorjahren könne von einem ruhigen Verlauf gesprochen werden, hieß es.

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