Düren: Krieg mit den Waffen der Frau bekämpfen

Düren: Krieg mit den Waffen der Frau bekämpfen

Oberstufenschüler des Rurtal-Gymnasiums Düren haben in ihrer Aula eine für die heutige Zeit umgeschriebene Kurzfassung der klassischen Komödie „Lysistrata“ von Aristophanes aufgeführt.

Premiere hatte das Original im Jahre 411 vor Christus in Athen. Athen und Sparta, mit ihnen verbündet zahlreiche griechische Kleinstaaten, sind seit Jahren in einem Krieg (431-404 vor Christus) verstrickt.

Die Folge? Die Männer sind mit dem Krieg beschäftigt, während die Frauen zu Hause der Langeweile frönen und sich nach der Liebe ihrer Partner verzehren. Die Athenerin „Lysistrata“ — ins Deutsche mit „Heeresauflöserin“ zu übersetzen — möchte diesem Zustand ein Ende bereiten. Mit Lampite, einer Frau aus dem verfeindeten Sparta, heckt sie den Plan aus, die Kriegsmoral aller Kämpfer zu untergraben.

Den Frauen aus ganz Griechenland wird der Plan unterbreitet, die Männer mit den Mitteln einer Frau zum Frieden zu zwingen. Die Frauen verschanzen sich daraufhin auf der Akropolis und verweigern jegliche Annäherung. Die Männer sind wütend, aufgebracht und schließlich ratlos. Letztlich geben die Krieger nach und schließen Frieden.

Francesco Celestino, Lehrer am Rurtal-Gymnasium, hat das Stück umgeschrieben und mit seinen Kolleginnen Laura Zucchini und Sonja Denczek mit den Schülern — außerhalb der Unterrichtszeit — in den vergangenen drei Monaten auf die Beine gestellt. „Wir möchten Eltern, Schülern, ja allen Gästen vor Augen führen, dass die Ursachen für Kriege in einem falsch verstandenen Männlichkeitswahn liegen“, erläutert Celestino das Ziel von „Lysistrata 2015“.

Eine Erzählerin „warnte“ zum Einstieg die Gäste, nicht allzu erschreckt auf das sexistische Vokabular zu reagieren. Auch in Zeiten des Krieges würden die Sehnsüchte von Männern, Frauen und Müttern weiter existieren und oft in seltsamen Verhaltensweisen ausufern.

Amüsant wurde die Aufführung durch eingestreute Missverständnisse und humorvolle Querverweise. In die „Jetztzeit“ versetzt wurde sie mit Liedern von Gloria Gaynor und Bonny Tyler. Lysis-trata kam frisch, spontan und humorvoll beim Zuschauer an. Auf der Bühne agierten junge Menschen, die großen Spaß hatten.

Der Erlös der Veranstaltung geht an „Medica Mondiale“, eine Institution, die seit 20 Jahren vergewaltigten Frauen in Kriegsgebieten hilft.

Akteure auf der Bühne waren: Alexandra Michels, Judith Kirsch, Lea Marianna Schulz, Anastasia Wibbels, Shalina Malik, Veronica Kathekina, Simon Klein, Aysenur Arslan, Malik Arslan, Stefan Tschalow, Julian Scherhag, Dennis Zie-linski, Steffen Pelzer und Shalina Malik.