Krezau:Gerd Dohmen als neuer Prinz der KG "Ahle Schlupp" proklamiert

Inthronisation in Kreuzau : Gerd Dohmen als neuer Prinz der KG „Ahle Schlupp“ proklamiert

Als „Dä schönste Mann vun Krözau“ besangen 30 Exprinzen des „Ahle Schlupp“ ihren neuen Regenten Prinz Gerd I. zur Melodie des Aachener Gaasenhauers vom Lennet Kann. Da war Gerd Dohmen gerade proklamiert worden, nachdem Präsident Peter Kaptain dessen Vorgänger Manfred Bolder aus seinem Amt verabschiedet hatte.

Ganz nach Art der KG ging das absolut würdevoll, aber ziemlich zügig über die Bühne. Der neue Prinz brauchte keine fünf Minuten vom Ende des voll besetzten Saales bis zur Bühne. Da konnte sich Kaptain einen augenzwinkernden Seitenhieb auf die Dürener Tollitäten nicht verkneifen, die eine Woche vorher über 50 Minuten für ihren Einzug gebraucht hatten. So unterschiedlich können Verwandte sein, denn die Dürener Prinzessin Petra Nolden ist die Cousine von Gerd I., der sie mit einem Blumenstrauß begrüßte.

Die Vorstellung des neuen Prinzen war, wie immer in Kreuzau im Grunde gar nicht nötig, hier kennt jeder jeden. Also auch den 68 alten Sanitärmeister mit eigenem Betrieb, der sich selbst eher zurückhaltend als Installateur bezeichnete und sagte, dass er den Beruf eigentlich nur deshalb ergriffen habe, weil er nicht so gut Fußball spielen konnte wie seine beiden Brüder. Davon, beim „Ahle Schlupp“ Prinz zu werden, habe er schon geträumt seit er vor 36 Jahren Mitglied wurde. Also hat er nach der Anfrage von Peter Kaptain auch nur eine Nacht darüber geschlafen, ehe er laut ja sagte.

Obwohl nicht gerade als großer Redner bekannt, begann er seine launige Antrittsrede mit dem Hinweis: „Jetz kann ich sare wat ich will, un Ihr do onge sed ens still!“, und schloss mit seinem Motto: „Met Häzz un Siel donn ich rejiere, met Üch zesamme Fastlovend fiere.“ Und das kam sogar in Australien an, von wo aus Michael Valter per Video-Schaltung auf eine Leinwand auf der Bühne gratulierte.

Den Rest des Abends mit zahlreichen gelungenen Beiträgen ausschließlich von eigenen Kräften konnte Gerd I. dann von der Prinzenloge auf der Bühne verfolgen. Nur einmal musste er noch einschreiten, als seine Familie und Freunde beim Sketch „Badespaß“ eine Wanne auf der Bühne derart malträtierten, dass die Bütt kaputt ging. Da musste natürlich der Fachmann ran, um den Badetag zu retten.

(kel)
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