Kreuzauer Gemeinderat bekennt sich zu Klimazielen

Diskussionen im Kreuzauer Rat : Kein Notstand, aber Klimaziele wichtig

Viele Kommunen rufen den „Klimanotstand“ aus, um die bundesdeutschen Klimaziele auch bei den Entscheidungen vor Ort in den Mittelpunkt zu rücken. In Kreuzau wählt man einen anderen Weg, was am Dienstagabend im Gemeinderat zu Diskussionen führte.

Dies lag vor allem daran, dass die Mehrheit sich gegen die von Bündnis 90/Die Grünen geforderten Baumschutzsatzung und Änderungen im Pachtwesen entschied.

In beiden Fällen sehen die Bündnisgrünen einen Weg, das Klima besser zu schützen. Konkret: Mit der Baumschutzsatzung will man willkürliche Fällungen verhindern, in Pachtverträgen sollten die Landwirte als Pächter bestimmte Auflagen erfüllen und bei der Bewirtschaftung unter anderem auf Gülle verzichten, um das Grundwasser nicht mit Nitrat zu belasten.

Gründe, die gegen beide Anträge sprachen, nannte vor allem Kreuzaus Bürgermeister Ingo Eßer (CDU): Fehlverhalten bei der Behandlung von Bäumen seien im ländlichen Bereich marginal und stünden in keinem Verhältnis zum Verwaltungsaufwand bei einer Baumschutzsatzung. Das Pachtwesen wird aber in zwei Punkten geändert: Pflanzenschutzmittel, Pestizide und Ähnliches dürfen nicht mehr auf öffentlichen Flächen genutzt werden, zudem entscheidet der Rat über Neuverpachtungen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Heidbüchel schlug vor, komplett auf Pachteinnahmen, die er mit 12.000 Euro jährlich für Kreuzau bezifferte, zu verzichten: „Die Fläche kann man auch als Streuobstwiese nutzen.“

Letztlich entstimmig fiel die Entscheidung, dass die Gemeinde Kreuzau „die bisher erfolgreiche gemeindeweite Klimapolitik weiter entwickeln muss“.

(pan)
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