Kreuzauer Bürgerwillen bremst Investorenwunsch

Vielfach Kritik am Baugebiet Süd : Kreuzauer Bürgerwillen bremst Investorenwunsch

Das Areal für das Baugebiet Kreuzau-Süd steht seit Monaten in der Kritik. Anwohner fürchten, dass die Verkehrsbelastung auf der Eifelstraße deutlich zunimmt. Die zentralen Vorschläge der Anwohner sollen geprüft werden und der Planer soll nachbessern.

Das neue Baugebiet in Kreuzaus Süden steht von Anfang an in der Kritik. So wunderte es nicht, dass zahlreiche Einwände von Anwohnern ins Kreuzauer Rathaus flatterten. Der zuständige Abteilungsleiter David Gottstein sprach von einer Zahl von Bürgerreaktionen, die er in dieser Form noch nie erlebt habe. Vor allem die geplante Verkehrsanbindung und eventuelle Gebäudehöhen sorgten für Diskussionen. Nun ruderte der Gemeinderat zurück: Bevor die Politik ihren Segen gibt, muss der Planer erst nachbessern.

Letztlich sollen die zentralen Vorschläge der Anwohner geprüft werden. Da das Gebiet laut Plan über eine schmale Anwohnerstraße erschlossen werden soll, wünschen sich einige eine zweite Anbindung. Die Kosten dafür müsste der Investor tragen, der diese Summe dann letztlich auf den Grundstückspreis aufschlägt. Ohnehin beschäftigt die Verkehrssituation dort viele Kreuzauer: Sie sehen die Eifelstraße schon jetzt stark belastet und berichten, dass sich an der Einmündung auf die Hauptstraße schon heute regelmäßig lange Warteschlangen bilden. Das soll nun genauer untersucht werden.

Auch die Aufteilung des Gebiets rückt nun wieder in den Fokus. Statt einer Ringstraße bringt die CDU nun einen alternativen Plan mit Stichstraßen ins Spiel, der in der nächsten Fachausschusssitzung debattiert wird. Festgelegt werden soll, dass pro Wohneinheit 1,5 Stellplätze auf den privaten Grundstücken nachzuweisen sind. Für jeweils zwei Wohneinheiten wird ein öffentlicher Parkplatz eingerichtet. Auch die Gebäudehöhen und die Wohnungszahl wollen die meisten Kreuzauer Kommunalpolitiker als Reaktion auf die Kritik von Anwohnern begrenzen. Dem widersprechen allerdings die Grünen: „Es ist wichtig, dass an dieser Stelle auch Wohnraum für kleine Leute geschaffen wird“, meinte Astrid Hohn.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Nolten sprach in der Sitzung am Dienstagabend davon, dass man auf den Bürgerwillen reagiere. Sein SPD-Gegenüber Rolf Heidbüchel allerdings kritisierte die erneute Verschiebung der Entscheidung: „Wir hätten dem Plan so zustimmen können.“ Er sprach darüber hinaus von einer „Überbürokratisierung“ und erntete dafür reichlich Widerspruch anderer Ratsvertreter. „Die Bürger dürfen sagen, was sie möchten, denn Bürgerbeteiligung ist keine Überbürokratisierung“, entgegnete Astrid Hohn. Damit reagierte sie auch auf die Aussage ausgerechnet ihres Parteikollegen Karl-Heinz Kern, der meinte: „Ich habe den Eindruck, dass es den Menschen dort nicht um das Allgemeinwohl, sondern lediglich um das eigene Territorium geht.“

Keine „Schottergärten“

Das Baugebiet Kreuzau-Süd war in der Vergangenheit auch in die Schlagzeilen gekommen, weil es eines der ersten im Kreis sein wird, in dem „Schottervorgärten“ verboten sind. Insgesamt 68 Grundstücke sind auf dem Areal vorgesehen. Die Grundstücksgrößen liegen zwischen 379 und 814 Quadratmetern. Diese Daten können sich mit der Anpassung des Plans noch ändern.

Zumindest in einem Punkt sind sich alle Parteien einig: Wohnraum in Kreuzau ist knapp. Auf die lange Bank schieben wollen die Ratsvertreter das Baugebiet deswegen nicht. Jo Kaptain (CDU): „Ziel muss weiter die Offenlage in diesem Jahr sein.“ Dann können die Bürger erneut ihre Anregungen und Bedenken einbringen.

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