Gebiet Kreuzau Süd sörgt für wenig Verständnis bei den Bürgern

Gebiet „Kreuzau Süd“ : Anwohner sammeln Unterschriften gegen Baupläne

Dass im Kernort der Gemeinde Kreuzau Grundstücken rar gesät sind, ist unstrittig. Das geplante Baugebiet „Kreuzau Süd“ soll den Bedarf an Bauflächen stillen. Die Pläne stoßen bei zahlreichen Anwohnern allerdings auf Kritik, die auch schon Unterschriften sammelten und im Rathaus abgaben.

Im Kern richten sie sich gegen drei Mehrfamilienhäuser am Rand und die geplante Verkehrsanbindung über den Kapellenweg.

Dass die Pläne kritisch gesehen werden, ist der Kreuzauer Gemeindeverwaltung schon seit langem bewusst. Als im Mai die Offenlage beschlossen wurde, enthielten sich acht Gemeindemitglieder. Am 10. Juli endete die Frist nun. Der Beigeordnete Reinhard Theisen bestätigt, dass die vier Wochen von Bürgern genutzt wurden, Einwände und Anregungen zu hinterlegen.

„Dabei handelt es sich um Bedenken einzelner, aber auch um Listen mit Unterschriften“, sagt Theisen. Diese werden nun vom Projektentwickler und von der Gemeindeverwaltung gesichtet und beantwortet.

Einer der Bürger, die ihre Kritik eingereicht haben, ist Rudi Mainz. Mit Nachbarn gemeinsam wehrt er sich gegen die Pläne, unmittelbar an der Bahntrasse und damit an den Grundstücken am Uedinger Weg drei Mehrfamilienhäuser zu setzen. „Dabei haben wir nicht grundsätzlich etwas gegen ein Baugebiet an dieser Stelle, allerdings muss die Bebauung dann auch in das Umfeld passen“, meint Mainz. Mehrfamilienhäuser suche man in der Siedlung bisher vergeblich. „Niemand möchte gerne ständig gegen eine Mauer schauen“, sagt Mainz.

Aktuell endet der Kapellenweg als Spielstraße und mündet in einen Wirtschaftsweg, der mitten durch das geplante Baugebiet „Kreuzau Süd“ führt. Die Vorstellung, dass dort einmal der Verkehr in das und aus dem Baugebiet führt, sehen die Anwohner mit großer Sorge. Die Gemeinde hat darum ein Verkehrsgutachten in Auftrag geben.

Nach Zählungen kommt das Unternehmen zu dem Schluss, dass keine „Überlastungen oder Leistungsfähigkeitsprobleme“ zu erwarten seien. Mehr noch: Die Gutachter legen auch den Fall zugrunde, dass das bisher mit 51 Einfamilienhäusern und drei Mehrfamilienhäusern mit maximal neun Wohnungen geplante Baugebiet nach Süden nochmals erweitert wird. „Die Leistungsfähigkeit ist unabhängig von der Anzahl der gebauten Wohnungen in allen betrachteten Fällen (68 bis 127 Wohneinheiten) gewährleistet“, heißt es in dem Gutachten.

Im Rathaus arbeitet man fieberhaft an einer Lösung vor allem während der Bauphase. Unter anderem wird darüber nachgedacht, eine Baustraße zu errichten, damit der Schwerlastverkehr nicht durch die eng bebaute Siedlung fahren muss. Offiziell bestätigen will das noch niemand, da letztlich der Gemeinderat entscheiden muss, wie mit den Einwänden verfahren wird.

Dass sich zahlreiche Bürger inzwischen kritisch geäußert haben, überrascht Theisen keineswegs: „Dies ist bei neuen Baugebieten, die an Randlagen entstehen, durchaus üblich.“ In anderen Gemeinden habe er das bei ähnlichen Verfahren ebenso erlebt.

Nun haben die Kommunalpolitiker das Wort: Die nächste Sitzung des Planungs- und Bauausschusses findet am 4. September um 19 Uhr statt. Die Tagesordnung steht noch nicht fest. Der Gemeinderat kommt erst wieder am 8. Oktober zusammen.