Kreuzau: Bücher über Drove, Boich und Thum

Bücher über drei Ortsteile : Anekdoten und Fakten über Drove, Boich und Thum

Karl-Josef Nolden und Klaus Schnitzler stellen eine neue Broschüre über die Kreuzauer Ortsteile Drove, Boich und Thum vor. Es ist das neunte Buch in zehn Jahren – das nächste ist in der Mache.

Der Geschichtsverein „Drove-Boich-Thum“ ist mit der Herausgabe seiner Bücher „in der Spur“. „Jedes Jahr ist ein neues Bändchen fällig“, strahlte der Vorsitzende des Vereins, Klaus Schnitzler, „das X. Buch ist schon in der Mache.“

Sein Vorgänger im Amt, Ehrenvorsitzender Karl-Josef Nolden, und er haben somit im Laufe von zehn Jahren neun Bücher herausgegeben, die immer wieder gern gekauft werden, weil sie Anekdoten, Geschichten und Daten aus dem Umfeld von Drove, Boich, Thum Schwarz auf Weiß liefern. Das Design der Bücher ist im Laufe der Jahre immer professioneller geworden. Das Cover des neuesten Buches ziert ein Holzkreuz, überdacht, mit hölzernem Corpus, am Rande eines Kiesbettes stehend vor einer Wiese. Die Wahl eines hohen Steinkreuzes für den Umschlag der Rückseite verweist auf die christliche Vergangenheit der Orte Drove, Boich und Thum hin.

Der Titel des IX. Bandes heißt: Drove-Boich-Thum; Berichte, Erzählungen und Dokumentationen. Die Macher des Bändchens sind - wie immer - Karl-Josef Nolden, Ehrenvorsitzender, und sein Nachfolger als Vorsitzender, Klaus Schnitzler.

Im Buch geht es Schwarz auf Weiß her. Die Fotos sind vor Jahren mit analogen Kameras aufgenommen waren. Bunt-Fotografie kam später. Da wird über einen Bischofsbesuch in Drove erzählt. Die Diözese Aachen existierte noch nicht. Viele Seiten sind dem Manes-Theater und seinem Namensgeber Hermann Klein aus Boich gewidmet. Eine „Saujagd“ wird in gereimter Mundart erzählt, keine einfache Aufgabe für Schreiber und Leser. Übernommen haben die Ersteller des Buchs die „Hilfestellungen nach der Brandkatstrophe in Thum 1874“. Fast die Hälfte des Dorfes war eingeäschert worden, sagen die Annalen.

Nolden und Schnitzler bedienten sich auch der Zeitschriften aus der Kirche. Diese Blätter berichteten - wie etwa die „Katholische Kirchenzeitung für die Pfarre Drove-Üdingen und das Pfarr-Rektorat Boich-Leversbach“ - über Ereignisse in den jeweiligen Ortsteilen. Durch solche und ähnlich Eintragungen wird auch der IX. Band des Geschichtsvereins zum Nachschlagewerk. Hoch interessant die schematische Darstellung der alten Drover Burg. Namen fügen sich zu Geschichten zusammen, alte Fotos geben Eindrücke aus einer vergangenen Zeit, Zahlen verorten das Ganze chronologisch.

Noch spannender wird das Bändchen etwa im letzten Viertel, wo es um die Kirmes von 1948 geht, den Hahnenkönig von 1951, einen bunten Abend des Kirchenchores Cäcilia. Bilder von Kirmesfesten nach dem Krieg bis in die Achtzigerjahre des letzten Jahrhundert machen neugierig in einer Zeit, in der Brauchtum zwischen rechten und linken Ansichten zerrieben wird.

Zum Schluss steht ein Gedenken an den Soldaten Hans Klein aus Boich. Bilder zeigen sein Zuhause und ihn selbst bei der Einberufung 1943. Am 5. September 1944 erhielten die Eltern den letzten Brief ihres Sohnes. Hans Klein wurde 20 Jahre alt.

Käuflich erwerben kann man die Bücher für je 8,--Euro bei den Vorstandsmitgliedern, der Bäckerei Claßen und der Gaststätte „Zur Post“.

(bel)
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