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Düren: Kreisel als Bühne für Narzissen und GKD-Stahl

Düren : Kreisel als Bühne für Narzissen und GKD-Stahl

Diese „Visitenkarte” soll ein Weihnachtsgeschenk für die Stadt Düren werden: Der Pariser Architekt Dominique Perrault wird den Friedrich-Ebert-Platz umgestalten.

„Noch vor dem Weihnachtsfest könnten wir fertig sein”, kündigten die Sponsoren der spektakulären Umbaumaßnahme, die Brüder Dr. Stephan und Ingo Kufferath, Vorstände der Gebrüder Kufferath AG, bei der Präsentation des Entwurfs durch den Architekten im kleinen Kreis im Leopold-Hoesch-Museum an.

Paris, Berlin, Teneriffa und dazwischen Düren: Der Pariser Architekt Dominique Perrault ist in der Welt unterwegs. Seine Referenzen sind unter anderem die Nationalbibliothek in Paris, die Kernzone der Donau-City in Wien oder ein Opernhaus in St. Petersburg ebenso wie Platzgestaltung in Mailand.

Wie kommt der 51-Jährige, unter anderem Mitglied der französischen Ehrenlegion und Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten, nun dazu, in der Provinzstadt Düren aktiv zu werden?

Die Firma Gebr. Kufferath AG im Stadtteil Mariaweiler arbeitet seit zehn Jahren mit dem Stararchitekten zusammen. Er ist der „Entdecker” der Verwendung von GKD-Metallgeweben in der Architektur und in aller Welt.

Derzeit baut er für GKD ein Produktions- und Verwaltungsgebäude im amerikanischen Bundesstaat Maryland. Die Gebrüder Kufferath konnten Perrault jetzt dafür gewinnen, dem Friedrich-Ebert-Platz ein neues Gesicht zu geben.

„Wir sind Dürener, bekennen uns zum Standort Düren und wollen der Heimatstadt etwas zurück geben”, begründet Stephan Kufferath das Engagement der Brüder. „Und wenn wir was machen, dann machen wir es ganz.”

Was Dominique Perrault sich für den Friedrich-Ebert-Platz vorstellt, machte er sowohl am Modell als auch in einer Diaprojektion deutlich: Er will das „Innenleben” des Platzes aufwerten, der kreisrunden 4.000-Qudratmeter-Fläche eine künstlerische Note geben.

Und das geschieht mittels fünf vorhandener und sechs noch zu pflanzender Bäume. Elf insgesamt. „Sie werden ungeordnet stehen. Wie Schauspieler auf einer Bühne.”

Der Architekt spricht von einer „poetischen Inszenierung der leicht geneigten Kreisfläche”. Diese Fläche hat es Perrault angetan. „Man sieht von jedem Punkt darauf.”

Der Clou aber liegt unter den Bäumen. Jeder der elf Bäume steht auf einem acht mal vier Meter großen Edelstahlteppich aus Tatami-Gewebe.

Das glänzende Metall schafft in Interaktion mit dem Tageslicht, den Sonnenstrahlen und Spiegelungen der Autos eine kinetische Vision: mal sichbar oder unsichtbar, schimmernd oder matt. Dazu kommt eine gezielte Beleuchtung mit dem Effekt, „dass nachts die Bäume schweben”, so Perrault.

Bürgermeister Paul Larue zeigte sich begeistert. „Das wird eine tolle Visitenkarte.” Denn wer nach Düren einfährt wird kaum um den Friedrich-Ebert-Platz herum kommen. Derzeit, so Baudezernent Hans Wabbel, fahren rund 40.000 Fahrzeuge täglich durch den Kreisverkehr.

Und die Gebrüder Kufferath haben noch eine Vision: Einmal im Jahr soll der gesamte Platz im Gelb von tausenden Narzissen erblühen. Bereits zu Weihnachten soll Dürens neue Visitenkarte die Gäste begrüßen und Einheimische erfreuen.