Kreis-SPD fordert Rücktritt von stellvertretender Landrätin Hohn

Kritik an stellvertretender Landrätin : Kreis-SPD fordert den Rücktritt von Astrid Hohn

Seine Haushaltsrede in der jüngsten Sitzung des Kreistages nutzte SPD-Fraktionsvorsitzender Josef Johann Schmitz auch für eine scharfe Kritik an der ersten stellvertretenden Landrätin Astrid Hohn (Grüne).

Sie hatte Ende September Wolfgang Spelthahn (CDU) bei einer Revierversammlung der Grünen-Landtagsfraktion im Kreishaus verteten. Laut einem Bericht dieser Zeitung soll Hohn dort den Aktivisten im Hambacher Forst ausdrücklich gedankt haben. Ohne die, sagte Hohn, würden nämlich offensichtliche politische „Fehlentscheidungen jetzt nicht von der Gesellschaft diskutiert“, und bezog sich damit auf die Braunkohleverstromung.

Schmitz: „Es ist nur schwer erträglich, wenn nach unseren gemeinsamen Kreistagsresolutionen gegen Gewalt, von der stellvertretenden Landrätin Frau Hohn der Eindruck erweckt wird, diejenigen, die im Hambacher Forst weit mehr als 1000 Straftaten begingen, seien Idealisten.“ Falls Hohn als Vertreterin des Landrates dort gewesen sei und die zitierten Äußerungen gemacht habe, könne dies nicht ohne Folgen bleiben, führte Schmitz aus. „Frau Hohn dürfte damit die Funktion Stellvertreter des Landrates mehr als irreparabel beschädigt haben. Der Landrat und Kreistag Düren können das nicht so ohne weiteres hinnehmen.“ Deshalb sollte Astrid Hohn selbst die notwendigen Konsequenzen ziehen und zurücktreten.

Astrid Hohn wert sich entschieden gegen die Kritik. Die Grünen seien schon etliche Male zu dem grundsätzlichen Thema befragt worden und hätten immer wieder sehr genau zwischen Demonstranten und Straftätern differenziert. „Wir haben keine Lust, an dem Argument wie die Kuh am Nasenring durch die Arena gezogen zu werden.“ Weiter führte sie aus: „Mir ist jede Art von Gewalt persönlich so fremd, dass ich fast empört bin, das jedes Mal wiederholen zu sollen, weil es für mich selbstverständlich ist.“ Diejenigen, die Straftaten begangen hätten, verurteile sie. Aber viele andere hätten das Thema friedlich hochgehalten und damit eine wichtige Funktion erfüllt. „Ohne die wäre der Wald weg. Hinter ihnen stehe ich und bei ihnen bedanke ich mich“, begründete Hohn.

Landrat Spelthahn möchte nun mit Astrid Hohn über das Gesagte sprechen, da er den genauen Wortlaut nicht kenne. Grundsätzlich erklärte er aber, dass Astrid Hohn bei der Veranstaltung als seine Stellvertreterin die Grüße des Kreises überbringen sollte. Das solle natürlich in möglichst neutraler Weise geschehen, sagte Spelthahn. Dabei werde Hohn aber nicht zu einem unpolitischen Menschen. „Ich halte es für zulässig, dass sie ihre politische Überzeugung in einer solchen Funktion äußert. Das gestehe ich auch meinen Stellvertretern von SPD und CDU zu.“

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