Kreis Düren: Wasserstoff-Vision wird umgesetzt

Wasserstoff-Vision : Land und Bund fördern Projekte des Kreises Düren

Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) gab sich alles andere als betroffen, nachdem bekanntgegeben worden war, dass der Kreis Düren nicht „Modellregion Wasserstofftechnik“ wird. Im Gegenteil.

hält die Entscheidung sogar für sinnvoll. Denn nach der Bewerbung Ende 2018 habe das Landeswirtschaftsministerium angefragt, ob der Kreis Düren sich mit den Regionen Düsseldorf und Köln vernetzen wolle, die jeweils mit dem Kreis Steinfurt die letzten drei Bewerber sind. „Konzepte mit mehreren Kreisen umzusetzen, würde sehr schwierig werden“, sagte der Landrat. „Und außerdem wollen wir die Projekte bei uns vor Ort forcieren. Wir haben die Grundlagenplanung ja schon hinter uns gelassen.“

An dem Zeitplan, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf Straße und Schienen mit wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen bis 2030 komplett emissionsfrei umzurüsten, ändere sich mit der neuen Entwicklung nichts, betonte Spelthahn. Zwar fließen die Fördermillionen nicht im Programm „Modellregion“, aber dafür würden die einzelnen Projekte wie der Bau von Wasserstoff-Tankstellen vom Land und/oder Bund gefördert. „Wir werden jetzt beginnen, den konkreten Bedarf zu ermitteln. Dafür werden wir ein Projektbüro einrichten“, führte der Landrat weiter aus.

Intensive Gespräche

Nachdem Spelthahn mit regionalen Partnern wie dem Energieversorger Westnetz und dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) Ende 2018 die Bewerbung an das Land vorgestellt hatten, war die Rückmeldung aus der regionalen Wirtschaft und von Organisationen auf diese Vision stark. Bislang würden dem Landrat 87 Absichtserklärungen für die Teilnahme an der Umsetzung der Vision vorliegen. „Nach den neuesten Gesprächen entwickelt sich keine negative Tendenz, das Ganze nimmt eher mehr Fahrt auf“, betonte Wolfgang Spelthahn.

Intensive Gespräche mit den zuständigen Landes- und Bundesministerien in den vergangenen Tagen würden die Pläne des Kreises Düren weiter bestätigen. Spelthahn und die übrigen Verantwortlichen hätten „höchste Wertschätzung“ erwiesen bekommen.

Im Kreis Düren soll nicht nur die ÖPNV-Infrastruktur auf Wasserstoff umgestellt werden, künftig soll er auch lokal produziert werden. Den Anfang sollen unter anderem das FZJ und der Windpark Merzenich machen. Bis 2022 soll eine erste rund 2,6 Kilometer lange Pipeline in Düren das Gelände von Rurtalbahn (Schienenverkehr) und Dürener Kreisbahn (Bus) versorgen.

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