Kreis Düren: Kreis Düren: 25 Prozent mehr Motorradunfälle in 2017

Kreis Düren : Kreis Düren: 25 Prozent mehr Motorradunfälle in 2017

Auf den Straßen im Kreis Düren haben sich im vergangenen Jahr wieder mehr Unfälle mit mehr Verletzten ereignet. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die Wolfgang Heimbach, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Düren, am Freitag präsentierte.

Insgesamt registrierte die Polizei im Kreisgebiet 8488 Unfälle (2016: 8314) mit 1293 Verletzten (1188). Positiv ist die Entwicklung bei den schweren Folgen: Die Zahl der Getöteten sank von 9 auf 8, die der Schwerverletzten von 282 auf 253.

Polizeioberrat Wolfgang Heimbach präsentierte die Unfallstatistik 2017. Foto: Jörg Abels

Drei Entwicklungen bereiten den Beamten Sorgen: Die Zahl der Unfälle unter Alkohol und Drogen ist von 71 auf 110 explosionsartig gestiegen, immer mehr Kinder sind passiv in Unfälle verwickelt, weil sie in Autos nicht richtig in Kindersitzen angeschnallt werden, und drittens ist die Zahl der Unfälle mit Motorradfahrern um 25 Prozent gestiegen und hat mit 119 Fällen einen neuen Spitzenwert im Zehn-Jahres-Vergleich erreicht. Dabei ereignete sich allerdings nur ein Drittel der Unfälle mit Motorrädern in der Eifel (Heimbach: 8, Hürtgenwald 15 und Nideggen 18), hob Wolfgang Heimbach vor, zwei Drittel im übrigen Kreisgebiet ohne erkennbaren Schwerpunkt.

Grafik: ZVA/ Quelle: Polizei NRW.

Das heißt für die Polizei: „Wir werden mit den Nachbarbehörden an unseren Schwerpunktkontrollen in der Eifel festhalten, aber auch die Zufahrtsstraßen im Kreis Düren intensiver in den Blick nehmen“, kündigte Heimbach an. Auch auf die Sicherungspflicht für Kinder wird die Polizei in 2018 besonders achten. Dabei seien weniger Schulwegunfälle das Problem, sondern Fahrten zum Einkauf, zum Vereinstraining oder Wochenendausflug, betonte Heimbach. Und das Problem des „Berauschten Fahrens“ will die Polizei mit gezielten Kontrollen in den Griff bekommen, im Polizeideutsch „integrierter Ansatz“ genannt, wie Dürens Polizeichef Jürgen Möller erläuterte.

Dahinter verbirgt sich, dass die Polizei im Kampf gegen Raserei — immer noch die Unfallursache Nummer eins — nicht nur das Kassieren der Knöllchen im Blick hat, sondern verstärkt Raser anhalten und dabei kontrollieren wird, ob Alkohol oder Drogen im Spiel sind. „Wir werden aber auch mal in den Kofferraum schauen, um zu sehen, ob der Raser nicht gerade von einem Wohnungseinbruch kommt“, erläuterte Wolfgang Heimbach. Dabei sind auch wieder Schwerpunkteinsätze wie im vergangenen Dezember geplant, bei denen die Polizei zum Beispiel ganze Ortslagen „abgeriegelt“ und den Verkehr auf der Euskirchener Straße/B 56 in Düren gezielt unter die Lupe genommen hatte.

Zahl der Radfahrerunfälle gestiegen

Während die Zahl der in Unfälle verwickelten Fußgänger mit 100 (2016: 99) konstant geblieben ist, ist die Zahl der verunglückten Radfahrer erneut gestiegen: von 191 auf 223, darunter 17 Pedelecfahrer, was Heimbach zum einen auf die steigende Beliebtheit der Räder mit Hilfsmotor zurückführt, zum anderen auf die nachlassende Reaktionsfähigkeit von Senioren, die gerne auf E-Bikes zurückgreifen. Deshalb bietet die Kreispolizei auch 2018 wieder spezielle E-Bike-Kurse für Senioren an.

Die meisten Unfälle mit Radfahrern ereignen sich immer noch im Stadtgebiet Düren, Jülich folgt mit großem Abstand, erklärte Wolfgang Heimbach. Dabei würden sich allerdings die in Düren auf vielen Straßen aufgebrachten Radfahrerschutzstreifen positiv bemerkbar machen.

Ein deutlicher Abwärtstrend ist bei den verunglückten Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren erkennbar. Waren 2015 noch 92 Jugendliche in Unfälle verwickelt und 2016 noch 81, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 72. „Offenbar haben unsere Roller-Kontrollen an Schulen mit unserem Rollenprüfstand Wirkung gezeigt“, ist Heimbach überzeugt.

Problem bleibt die hohe Zahl an Unfallfluchten, die im vergangenen Jahr mit 1702 Fällen auf hohem Niveau stagnierte (2016: 1759). Die Aufklärungsquote insgesamt ist leicht auf 45,1 Prozent gestiegen, die bei Unfällen mit Verletzten ist auf knapp 70 Prozent gestiegen. Diese positive Entwicklung soll 2018 anhalten.

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