Düren: Kontinuität statt Neubeginn: Tiilikainen bleibt Trainer der Powervolleys

Düren: Kontinuität statt Neubeginn: Tiilikainen bleibt Trainer der Powervolleys

Tommi Tiilikainen schüttelt mit dem Kopf. „Nein, wirklich lange verhandelt haben wir nicht“, sagt der Trainer des Volleyball-Bundesligisten SWD Powervolleys Düren. „Ich will, der Verein will. Da haben wir schnell einen Weg gefunden.“ Und der führt beide Seiten zu einer Verlängerung des Vertrags um zwei Jahre.

Dürens Erfolgstrainer aus Finnland bleibt also mindestens bis 2019. Für den Sportlichen Leiter Goswin Caro ist das der erste Pflock, den der Verein für die kommende Saison in den Boden treibt. „Wir haben das Ziel, die Mannschaft möglichst zusammenzuhalten“, sagt Caro. „Denn ich habe das Gefühl, dass wir nur ein kleines Stück davon entfernt sind, etwas Großes zu schaffen.“

Erstes Signal

Dürens Volleyballer mischen in der Bundesliga wieder ganz oben mit, sie stehen auf Platz vier, Platz fünf ist, was die Zahl an Punkten angeht, weiter weg als die Tabellenspitze. „Wenn es uns gelingt, die Mannschaft weitgehend zu halten, dann machen wir einen großen Schritt“, sagt Caro. Dann könnte das Team weiter arbeiten, ein Neubeginn wäre nicht mehr nötig.

In den vergangenen Jahren war der Umbruch die personelle Konstante. Das soll sich ändern. Caro wertet die Vertragsverlängerung mit Tiilikainen als erstes Signal. An die Spieler, die gehalten werden sollen. Und an die, die vielleicht geholt werden sollen.

„Meine Frau fühlt sich wohl in Düren, ich fühle mich wohl und habe den Wechsel weg aus Finnland noch nicht einmal bereut“, sagt Tiilikainen. Er lobte die gute Infrastruktur in Düren, die eine professionelle Arbeit möglich mache, und das Volleyball-verrückte Umfeld. „Und ich habe das Gefühl, dass ich hier noch nicht fertig bin.“

Entstanden ist unter Tiilikainen ein Team, das die Lehrbücher des Männervolleys neu schreibt und Spielzüge entwickelt, die vorher so nicht stattgefunden haben. „Wir sind gerne kreativ“, sagt der Trainer. „Wir haben dafür genau die richtige Mannschaft zusammen.“ Darauf, dieses Team zusammenzuhalten, liegt einer der Schwerpunkte von Tiilikainens Arbeit in den kommenden Wochen und Monaten — neben der laufenden Saison. Genau wie Tiilikainen mit seiner erfolgreichen Arbeit haben auch etliche Dürener Spieler das Interesse anderer Klubs geweckt. Der Trainer hat verlängert, jetzt sollen — so hoffen die Verantwortlichen — möglichst alle Spieler nachziehen. Dass die Powervolleys dafür tiefer in die Tasche greifen müssen, erscheint angesichts der starken Leistung der Mannschaft unausweichlich. Ob sie das können, bleibt abzuwarten.

„Wir müssen sehen, dass wir weiterkommen“, formuliert Goswin Caro. Niemand spricht die Rechnung aus, was nicht bedeutet, dass sie nicht doch stimmt: Die Powervolleys brauchen einen größeren Etat, wenn sie ein Team halten und ausbauen wollen, das auch über die Saison hinaus weiter so spektakulär und erfolgreich spielt. Werbung in eigener Sache zu machen, haben die Powervolleys selbst in der Hand. Entwickelt sich das aktuelle Team weiter wie bisher, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Tiilikainens ständige Aussage von einer kühnen Vision zu einer zuverlässigen Vorhersage wird: „Wir bereiten uns jeden Tag darauf vor, das Finale zu spielen.“

Mehr von Aachener Zeitung