Düren: Kompaktkurs der VHS: Handwerken ist keine Männerdomäne

Düren: Kompaktkurs der VHS: Handwerken ist keine Männerdomäne

„Schatz, kannst Du mir noch gerade das Regal aufbauen?“ Dieser Satz zeigt möglicherweise nicht in jedem Haushalt die gewünschte Wirkung. Vielleicht sind die angesprochenen Männer gerade in Eile, haben keine Lust oder sind bereits ganz verschwunden.

Aber längst schon ist das Heimwerken keine Männerdomäne mehr. Seit einigen Jahren schon gibt es an der Volkshochschule Rur-Eifel das Angebot „Handwerken für Frauen“. Zum ersten Mal hat Angela Fiege am Samstag den Kompaktkurs in den Räumen der VHS an der Dürener Violengasse geleitet. Die DZ hat den teilnehmenden Frauen einmal über die Schulter geschaut.

Materialkunde

Angela Fiege lebt in Aachen, ist 55 Jahre alt und gelernte Schreinergesellin. Für ihre Schützlinge hatte sie viel Lob, aber auch eine Menge guter Tipps. „Es gibt viele Frauen, die auf das Werkzeug des Mannes zurückgreifen können und daher wissen möchten, wie sie damit umzugehen haben“, weiß sie. Am Vormittag des Kompaktseminartages galt es, ein Thema und Material vorzugeben. Angela Fiege teilte Fichtenholzplatten aus. Daraus sollten bis zum Nachmittag Schlüsselbretter entstehen. Die Form legten die Teilnehmerinnen selber fest. Lisa Palm aus Kreuzau beispielsweise entschloss sich dazu, eine Wolke zu gestalten.

Die 53-jährige Sozialpädagogin arbeitet viel mit Jugendlichen zusammen. Aus diesem Grund nahm sie das Kursangebot gerne wahr. Ihr neues Wissen wird sie weitergeben und mit den Jugendlichen demnächst ähnliche Arbeiten in Angriff nehmen. Palm: „Aber auch zu Hause mache ich viele Arbeiten gerne selber. Das neue Wissen, zum Beispiel um die verschiedenen Bohrer, freut mich sehr.“

Angela Fiege erklärte ihren Handwerksfrauen beispielsweise die verschiedenen Formen von Holz-, Stahl- und Betonbohrern. Weiter wies sie auf Tücken hin. Wird ein Brett gebohrt, dann sollte auf das darunter liegende Material geachtet werden oder am Bohrer mit Klebeband eine Markierung angebracht werden, damit nur das anvisierte Brett ein Loch erhält und nicht auch noch die Unterlage.

„Ich habe von meinem Lebensgefährten einen ganzen Keller voller Werkzeug“, erklärte Marianne Hübbers (65) aus Kirchberg ihre Motivation zur Teilnahme. Die gelernte Verkäuferin wählte das VHS-Angebot, weil sie generell sehr lernwillig sei und sich erhofft, auf diese Weise noch etwas selbstständiger zu werden. Ihr Schlüsselbrett hat die Form eines Bären, Probleme machten die verhältnismäßig filigranen Ohren. „Vorsicht, die können bei der Arbeit mit der Stichsäge schnell abbrechen“, warnte Angela Fiege.

Zwar brachen beim ersten Versuch, die Ohren sauber auszuarbeiten, diese nicht gleich ab. Allerdings verbrannte ein Sägeblatt. Wird nicht flüssig gesägt oder ist das Sägeblatt schon etwas stumpf, kann ein derartiges Problem auftreten. Mit wenigen, gekonnten Handgriffen wechselte Marianne Hübbers das Blatt aus und setzte ihre Arbeit fort. Peggy Burtscheidt (54) aus Gey ist Angestellte. Sie sagte zu ihrer Intention, am VHS-Kurs teilzunehmen: „Mir macht diese Arbeit sehr viel Spaß und ich freue mich, wenn ich nicht immer jemanden fragen muss, sondern selber mal ein Regal aufbauen kann.“