1. Lokales
  2. Düren

Düren: „Komödie Wasserburg“: Erol Sander als smarter Inspektor

Düren : „Komödie Wasserburg“: Erol Sander als smarter Inspektor

Im Haus der Stadt in Düren war am Donnerstagabend kein Platz mehr frei, schon vor Weihnachten waren alle Karten für die Kriminalkomödie „Ein Fall für Miss Marple — ein Mord wird angekündigt“ von Aagatha Christie mit dem bekannten Fernsehschauspieler Erol Sander („Mordkommission Istanbul“) ausverkauft.

Und die gut 450 Menschen im Haus der Stadt wurden nicht enttäuscht: Sie erlebten mit dem Ensemble der „Komödie Wasserburg“ eine amüsante und temporeiche Kriminalgeschichte und einen bestens aufgelegten Erol Sander.

Wer ist denn nun der bessere Ermittler: Miss Marple (großes Foto MItte, dargestellt von Christl Bergmeier) oder Detective Constable Berkley? Inspektor Craddock (Erol Sander) hat es nicht leicht, schließlich gehören auch Julia Simmons und Philippa Haymes (Nathalie Dorff und Karin Killy, kleines Foto von links) zum Kreis der Verdächtigen. Foto: Sandra Kinkel

Die Geschichte ist schnell erzählt: In der Lokalzeitung wird via Kleinanzeige ein Mord angekündigt: „Am Freitag, den 29. Oktober, wird auf Gut ‚Little Paddocks‘ um 18.30 Uhr ein Mord stattfinden. Freunde werden gebeten, diesen Hinweis als Einladung aufzufassen“, heißt es in dem Inserat, das natürlich die Bewohner von „Little Paddocks“, allen voran Hausherrin Letitia Blaklook (gespielt von Gabriele Preuß), in Aufregung versetzt. Lady Blacklook, die sich zur Elite ihres Dorfes Chipping Cleghorn zählt, stellt sich darauf ein, am besagten Abend Gäste zu empfangen — sie kennt schließlich ihre neugierigen Bekannten.

Die Freunde bleiben aus Angst allerdings zu Hause, der Mörder kommt aber und erschießt den Hotelangestellten Rudi Scherz (Steps Lossin), der von einem Unbekannten beauftragt worden war, am Mordabend zum Gut zu kommen. Aber wer war der Auftraggeber des Anschlags, bei dem auch Lady Blacklook am Ohr verletzt wurde? Ein Fall für Inspektor Craddock (Erol Sander), der an seinem freien Tag eigentlich Besseres zu tun hat. Zum Glück ist Miss Marple (Christl Bergmeier) in der Nähe, um ihm bei seinen Ermittlungen zu helfen.

Humorvoll und flott

Die Inszenierung von Regisseur Jörg Hegwegh war humorvoll, flott und abwechslungsreich. Hegwegh hat das komische Element durch Überzeichnung der Figuren noch weiter zugespitzt, so dass das Publikum viel zu lachen hatte.

Darüber hinaus war sein Inspektor Craddock kein sturer Trottel wie gewöhnlich, sondern ein durchaus gewitzter und ausgesprochen sympathischer Kriminalist. Das lag ohne Zweifel daran, dass die Rolle eines smarten Kommissars einfach besser zum Gentleman-Ermittler Erol Sander passt.

Schräg und gut aussehend

Neben Sander, der wirklich einen wunderbar schrägen und gut aussehenden Kommissar abgab — übrigens gleichsam großer Frauen- und Fußballversteher —, begeisterten vor allem das Hausmädchen Mitzi (Constanze Baruschke) mit ihrem herrlich-ungarischem Akzent, Bunny, die leicht verwirrte Mitbewohnerin von Lady Blaklook, und Constable Berkley, der etwas trottelige Kollege von Inspektor Craddock.

Christl Bergmeier als Miss Marple war zwar optisch ziemlich weit von Schauspielerin Margaret Rutherford aus den Miss-Marple-Filmen entfernt, aber Hut, Handtasche mit Henkel und Rüschen-Schirm fehlten nicht, und sie war auch genauso direkt, genauso clever, akribisch und genauso unerschrocken wie sie: Keinen Moment wirkte sie beunruhigt, als die enttarnte Mörderin sie mit einem scharfen Messer bedrohte. Im Duell mit Schürhaken und Schirm brachte sie schließlich ihre Widersacherin zu Fall.

VIel Applaus

Alle Ensemblemitglieder spielten ihre Rollen mit viel Leidenschaft und Empathie, es war ihnen anzumerken, dass sie an Agatha Christies Geschichte auch jede Menge Spaß hatten. Kein Wunder also, dass das Dürener Publikum am Ende nicht mit Applaus sparte.