Kommentiert: Der Gewinner heißt nicht Martin Schulz

Kommentiert: Der Gewinner heißt nicht Martin Schulz

Die Gewinner der SPD-Wahlkampfveranstaltung sind Dietmar Nietan und die handverlesenen Gäste — nicht Kanzlerkandidat Martin Schulz, der Erfolge angesichts der Prognosen für die Bundestagswahl nötig hätte.

Nietan darf sich freuen, dass er den Kanzlerkandidaten nach Düren geholt hat (ungeachtet der Tatsache, dass Schulz in Würselen wohnt) und er hiesigen Ehrenamtlern und Arbeitnehmervertretern die Chance gegeben hat, dem SPD-Chef ihre Wünsche und Forderungen mitzuteilen. Und es war zu sehen, dass einige Gäste im Anschluss ins Gespräch gekommen sind. Das Format hat funktioniert.

Schulz aber muss sich den Vorwurf gefallen lassen, sein Versprechen, näher an den Bürgern sein zu wollen als Angela Merkel, am Samstag nicht eingelöst zu haben — neun Fragen in einer Stunde und 15 Minuten sind auch bei der Komplexität der Themen zu wenig. Schulz hat es verpasst Bürgernähe zu zeigen, weil seine Rhetorik gegen Angela Merkel, die nur die Großen dieser Welt treffen würde und die Basis vernachlässige, dieselbe wie in jedem Interview und auf jeder Großkundgebung war. Er hätte sich in Düren abheben können. Und mehr zuhören müssen.

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