Kommentiert: Den Bogen nicht überspannen

Kommentiert: Den Bogen nicht überspannen

Treibstoff, Personal, Abgaben und Gebühren — die Nebenkosten der Schausteller sind in den vergangenen Jahren permanent gestiegen. Zuletzt hat die Stadt Düren die Standgelder um 17 Prozent erhöht.

Verständlich, dass viele Schausteller deshalb versuchen, die Kosten auf die Besucher umzulegen. Aber sie bewegen sich auf einem schmalen Grat.

Nicht in jedem Fall rechtfertigt der Aufwand wie zum Beispiel beim „Olympia-Looping“ auch den Preis: Wenn die Fahrt auf dem Kinderkarussell zwei Euro kostet, die auf dem Riesenrad sechs, eine Currywurst mit bis zu 3,50 Euro zu Buche schlägt, eine Frikadelle drei Euro kostet, ein Backfisch 4,50 Euro und jetzt ganz aktuell der Liter Bier an einzelnen Ständen zehn Euro, ist eine Schmerzgrenze erreicht, wenn nicht überschritten.

Gut möglich, dass in diesem Jahr deshalb noch kein Glas Bier auf der Annakirmes weniger getrunken wird. Kurzfristig könnte das Kalkül damit aufgehen. Aber was ist im nächsten und übernächsten Jahr, wenn sich der eine oder andere an seine leere Geldbörse erinnert?

Nur wenn die Preise auf den Volksfesten volkstümlich und für jedermann erschwinglich bleiben, hat die Branche aus meiner Sicht im hart umkämpften Freizeitsektor eine Zukunft. Alternativen im Jahreskalender gibt es schließlich genug.

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