Düren: Kollekte hilft dem Arbeitslosenzentrum

Düren: Kollekte hilft dem Arbeitslosenzentrum

Die Arbeit des Dürener Arbeitslosenzentrums, Steinweg 5a, einen Steinwurf weit weg von der Annakirche, macht Projekte mit und für Arbeitslosen, und das schon seit genau 30 Jahren. Klaus Pentzlin, Vorsitzender des Arbeitslosenzentrums, sieht den neuen Standort nach dem Umzug des Zentrums vor einem Monat endlich an der richtigen Stelle. Mitten in Düren.

Die Vertreter der beiden Kirchen, der frühere Weihbischof Karl Reger, Regionaldekan Hans Doncks, Pfarrer Martin Gaewert und der Vorsitzende des Koordinationskreises, Hermann-Josef Kronen, sahen das genauso. „Was hier in Düren seit drei Jahrzehnten gemacht wird, jetzt schon am fünften Standort“, bemerkte Klaus Pentzlin, „ist tätige Nächstenliebe im ökumenischen Rahmen.“

Betroffene im Mittelpunkt

Der frühere Weihbischof Karl Reger ist schon seit Jahrzehnten in die Arbeitslosenhilfe involviert. Er informierte sich an diesem Morgen über die Arbeit im Zentrum, ohne dabei zu vergessen, dass im Mittelpunkt des Bemühens die Betroffenen selbst stehen. Einige waren an diesem Morgen vor Ort und redeten offen und mutig über ihre Probleme.

Karl Reger dankte den Aktiven im ALZ für ihr Engagement. „Orte der Arbeitslosenarbeit“, sprach der Weihbischof den Betroffenen und ihren Betreuern Mut zu, „sind Orte gelebter Liebe zum Mitmenschen.“ Reger verwies in diesem Zusammenhang auf die Solidaritätskollekten am 3. und 4. Mai in den Gottesdiensten, deren Erlös für die Arbeitslosenarbeit gedacht ist. Reger lobte, dass die jetzige Landesregierung die vor Jahren gestrichenen Fördermittel für die Arbeitslosenarbeit wieder aktiviert hat.

Mehr als 50 Projekte

Der Weihbischof nannte Zahlen. Das Bistum Aachen betreue mehr als 50 Projekte, Hilfen für Menschen, die wegen ihrer Arbeitslosigkeit selbst vielleicht krank und aus der Bahn geworfen werden. Nicht selten zerfielen ganze Familien, gingen kaputt. Das Ziel aller Projekte sei es, Menschen wieder in ein eigenverantwortliches Leben zu führen.

Pfarrer Martin Gaewert warf einen kritischen Blick auf die morgendlichen Nachrichten, in denen berichtet wurde, wie gut Deutschland doch dastehe, wirtschaftlich und mit einer geringen Arbeitslosenquote. Versteckt in diesen Zahlen jedoch seien, so Gaewert, andere Zahlen: viele Kurzarbeiter, viele Minijobber, tausende Umschüler etc. Diese Menschen habe man beim Zählen vergessen.

Konsens bei allen Rednern war, dass Arbeitslose wieder materiell am Leben teilhaben sollten, doch dabei dürfe man nicht vergessen, dass Arbeit mehr sei als Geld, mehr als Lebensunterhalt. Weihbischof Reger: „Arbeit gibt dem Leben einen Sinn!“

Bei der Heiligtumsfahrt vom 20. bis 29. Juni 2014 in Aachen wird das Thema Arbeitslosigkeit mit an vorderster Front stehen. Warum? Die Kirchen, auch die Organisatoren des großen Festes in Aachen, sind sich bewusst: „Arbeit fällt nicht vom Himmel, deshalb sind wir gefragt.“

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