Heimbach: „Können Steine reden?”: Heinz Bremens Film in der Kunstakademie

Heimbach: „Können Steine reden?”: Heinz Bremens Film in der Kunstakademie

Im Religionsunterricht machten Lehrer einst den Aufbau der Welt durch ein verständliches Schema klar: Auf der obersten Stufe der Schöpfung stand der Mensch, voller Leben, Geist und Seele. Darunter rangierten die Tiere in verschiedenen Kategorien. Es folgte die Pflanzenwelt. Auf der letzten Stufe rangierte die unbelebte Welt, die Welt der Steine.

Heinz Bremens Film „Können Steine reden?” vermittelt da einen anderen Eindruck. Die Steine brauchen, so sieht es aus, nur einen Übersetzer. Heinz Bremen lässt in seinem neuen Film, den er im Palas der Kunstakademie Heimbach vorführte, die Steine sprechen. Zumindest die an Bauwerken.

So erkennt der Zuschauer in diesen bewegten Bildern die Kathedrale von Reims. Dort wurde Chlodwig getauft. Der Bezug zu unserer Region ist hergestellt. Ein anderes Beispiel findet man in der oberitalienischen Stadt Ravenna. In der San Vitale ist die byzantinische Kunst und Architektur in Vollendung anzutreffen. Karl der Große war ein großer Bewunderer dieser Kunst. Eine weitere Verbindung zur Region. Kaiser Karl ließ das berühmte Oktogon, die Pfalzkapelle Aachen errichten. So findet Filmemacher Heinz Bremen - auf den „Spuren der Schönheit” der Natur und Kultur - immer wieder Monumente, die ihn faszinieren. Die hält er in bewegten Bildern fest.

Die Gäste auf Burg Heimbach erfuhren, dass Steine, eingemauert in monumentale Bauwerke, durchaus eine Botschaft haben. „Ich habe nichts anderes getan, als historisches Buchwissen mit einem Film zu beleben”, sagt der Filmemacher. Die Arbeit an dem Film dauerte etwa 600 Stunden. Der Film selbst hat eine Länge von einer Stunde und drei Minuten.

Begrüßt wurden die Zuschauer vom Leiter der Kunstakademie Heimbach, Professor Dr. Frank Günter Zehnder, und Dieter Bergheim, Mitarbeiter des Kooperationspartners „VHS Rur-Eifel”. Für die Einstimmung ins Thema des Films sorgte das Klarinettenquartett „Kla-Vier”, in der Besetzung Eric Lennartz, Patricia Heiliger, Lisa Kusch und Joachim Locker, mit einem halbstündigen Konzert.

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