Düren: „Kölsche Jung“ mit dem Dürener Papiermacherorden ausgezeichnet

Düren : „Kölsche Jung“ mit dem Dürener Papiermacherorden ausgezeichnet

Köln und Düren liegen gar nicht weit auseinander — weder geografisch noch menschlich. In der fünften Jahreszeit heißt es „Alaaf!“, ins Bierglas kommt gerne Kölsch — und so mancher Kölner weiß die Annehmlichkeiten der Stadt auf dem Weg nach Aachen zu schätzen.

Fritz Schramma beispielsweise ist regelmäßig Gast auf der Dürener Annakirmes und kennt sich auch im Karnevalstreiben der Rurstadt aus. Der Kölner Oberbürgermeister a.D. ist am Samstagabend noch näher an Düren herangerückt. Er ist der erste Träger des neu gestifteten Papiermacherordens und damit auch frischgebackener Botschafter der Stadt.

Das Tanzkorps Blaue Jungs der KG Lövenicher Neustädter ließ es kurz nach Mitternacht noch einmal richtig krachen und überbrachte Grüße aus Köln.

Im ausverkauften Haus der Stadt nahm der „kölsche Jung“ die Auszeichnung aus den Händen von Bürgermeister Paul Larue und Dr. Herbert Schmidt, Präsident der „Närrischen Nord-Dürener“, in Empfang. Die Karnevalsgesellschaft aus dem Norden der Stadt hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Düren einen Orden ins Leben gerufen, der Karneval und die lange Papiertradition der Stadt verknüpft und fortan an Persönlichkeiten mit bundesweiter Ausstrahlung vergeben werden soll.

"Die zwei Jeflappte" berichteten in ihrem Zwiegespräch aus ihrem Leben. Es ist nicht immer einfach, aber dennoch schön. Foto: Johnen

Nah am Menschen

Studienbedingt reist Sängerin Steffi Geueunich bald in die USA - doch für die Närrischen Nord-Dürener stand sie noch einmal auf der Bühne. Foto: Johnen

Ausgezeichnet werden verdiente Erdenbürger, die humorvoll und nah am Menschen sind und die in ihrem Leben Spuren hinterlassen haben. Die Ordensträger müssen zudem unter Beweis gestellt haben, dass sie keine Papiertiger sind. „Es gibt Menschen, die Karriere machen — und sonst nichts. Fritz Schramma gehört nicht dazu“, unterstrich der Kölner Brauchtumsforscher Wolfgang Oelsner als Laudator das vielschichtige und fruchtbare Wirken Schrammas.

Claudia Maintz und Jochen Robertz trugen Dürener Lieder vor - das ist Heimat. Foto: Johnen

Der Ex-OB, der vor seiner Wahl Lateinlehrer an einem Gymnasium war, sei Vertreter seiner Heimatstadt Köln auf der nationalen und internationalen Bühne, setze sich für das Thema Bildung ein und mache sein eigenes Wohnzimmer zum Sprechzimmer des Verein Kölner Opferhilfe. Oelsner: „Fritz Schramma ist kein Altphilologe für den Elfenbeinturm!“

Ein Urteil, das Paul Larue nur bestätigen konnte. „Es gibt Menschen, die sind einem auf Anhieb sympathisch“, berichtete Dürens Bürgermeister von vielen Begegnungen mit seinem ehemaligen Kollegen. Der Historiker Larue reiste kurz in die Römerzeit, um darzulegen, warum ein Kölner der ideale erste Ordensträger ist: Damals war Düren Teil der römischen Verwaltung mit Sitz in Köln.

Die Entscheidung, wer geehrt wird, trifft das Kuratorium, dem Professor Dr. Herbert Schmidt, Bürgermeister Paul Larue, die 1. Stellvertretende Bürgermeisterin Liesel Koschorreck, Holger Autenrieb als Vertreter der Papierindustrie und Stefan Cremer, 1. Vorsitzender der KG, angehören.

Die Ordensübergabe war Teil einer stimmungsvollen Kostümsitzung der „Närrischen Nord-Dürener“. Neben vielen eigenen Kräften wie Sängerin Steffi Geuenich wurden viele Dürener Traditionen beschworen: So sangen beispielsweise Claudia Maintz und Jochen Robertz Karnevalslieder, die nicht die Domstadt am Rhein, sondern Düren an der Rur thematisierten. D

amit der Ordensträger auch ein Stück Heimat vorfand, ließ es das Tanzkorps Blaue Jungs kurz nach Mitternacht noch einmal richtig krachen. An diesem kurzweiligen Abend im Haus der Stadt gab es noch eine weitere Premiere: Der Elferrat bestand aus Vertretern der „Närrischen Nord-Dürener“ (NND) und der KG „Kruuschberger Funken“. „Wir wollen gemeinsam die Herausforderungen meistern und den Karneval gestalten“, sagte NND-Präsident Herbert Schmidt.

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