Hambach: Klimaprotest: DJK sagt ihren Volkslauf ab

Hambach: Klimaprotest: DJK sagt ihren Volkslauf ab

Rund 300 Läufer wollten am Samstag in Hambach die Laufschuhe schnüren, um beim traditionellen Volks- und Straßenlauf an den Start zu gehen. Doch wer am Samstag laufen will, muss sich eine andere Strecke suchen. Einen Wettbewerb wird es in Hambach nicht geben. Die DJK „Löwe“ hat ihre Veranstaltung abgesagt.

Anlass dafür sind die Protestaktionen rund um die Tagebaue der Region. „Aufgrund der angespannten und unkalkulierbaren Sicherheitslage kann, auch in Rücksprache mit den zuständigen Behörden, der störungsfreie Ablauf unserer Veranstaltung nicht garantiert werden.“ Mit diesen Worten wendet sich der Verein an die gemeldeten Starter und auch bei Facebook werden Lauffreunde über die Absage informiert.

Die Entscheidung ist dem Verein schwergefallen. Sie ist Stück für Stück herangereift, in ihrer Endgültigkeit dann aber doch kurzfristig gefallen. Dass Protesttage und der Volkslauf am gleichen Wochenende stattfinden, war schon länger klar. „Ich habe immer wieder Anfragen bekommen, ob der Lauf stattfindet — zuletzt auch aus dem Verband“, erklärt Vereinsvorsitzender Holger Großek.

Und je näher der Termin rückte, desto ernster wurden die Sorgen. „Ich habe mir den Internetauftritt der Aktivisten genau angesehen. Da gibt es eine Gruppe, die mir Kopfschmerzen bereitet hat“, erzählt der Vorsitzende. Und dann habe er sich ein wenig in die Köpfe der Aktivisten hineinversetzt: „Ein Teil unserer Laufstrecke liegt ziemlich nah am Tagebau. Und bei genauem Hinsehen habe ich mir gedacht, dass die Aktivisten dort einen geeigneten Platz finden könnten, um in den Tagebau einzudringen.“

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Diese Nähe war nun ausschlaggebend. „Der Halbmarathon, der Zehn- und der Fünf-Kilometer-Lauf führen durch den Lindenberger Wald und ganz in der Nähe des Tagebaus sollten auch Jugendliche stationiert sein, die Wasser an die Läufer verteilen“, schildert Großek. Wie wäre es denn, wenn die Läufer einfach eine andere Strecke nehmen? „Das geht so kurzfristig leider nicht“, sagt der Vorsitzende. Die Wettkampfstrecke sei mit Blick auf die Wertungen des Verbandes schließlich genau vermessen.

Angst vor direkten Angriffen der Aktivisten auf Läufer und Helfer hat der Verein nicht, aber die Nähe zu möglichen Konfliktherden hat ihnen dann doch zu große Sorgen bereitet. Die Verantwortlichen gehen lieber auf Nummer sicher. Auch wenn damit jede Menge Vorbereitungsarbeit zunichte gemacht wird. Im Internet äußerten viele Personen Verständnis.

Einen Nachholtermin kann es nicht geben: „Im Verband haben wir schon jetzt die Läufe für das kommende Jahr festgelegt. Das wird immer frühzeitig gemacht, damit sich die Vereine nicht in die Quere kommen. Ein Nachholtermin ist deswegen nicht möglich“, betont Großek. Genau darin könnte sich schon ein Problem für das kommende Jahr anbahnen — falls Proteste und Volkslauf dann wieder auf ein Wochenende fallen. „Dann müssten wir mit dem Verband klären, ob unser Lauf in Zukunft nicht zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden kann“, sagt Großek.

Die Entscheidung hat auch finanzielle Auswirkungen, auch wenn der Vorsitzende noch keine Zahlen nennen kann. „Der Schaden beläuft sich in erster Linie auf Einnahmeverluste. Wasser und Tee sind noch haltbar, die können wir bei unserer Herbstveranstaltung nutzen.“ Und die Startgelder? „Die werden bei uns immer erst am Tag selbst bezahlt, so dass wir jetzt keine große Rückbuchungsaktion starten müssen.“