Düren: Klangvolles Buhlen um die Gunst der Jury

Düren: Klangvolles Buhlen um die Gunst der Jury

So viel Stolz kann in einer knappen Bewegung liegen: Mit einem Ruck wuchtet Cintia de Caires ihr Akkordeon hoch und stolziert davon, als hätte sie den Sieg beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert” schon in der Tasche.

Das Ziel der kleinen Portugiesin aus Wesseling liegt nicht weit. Es sind ihre Eltern und Großeltern, die sie auf ihrer Reise von der Stadt am Rhein in die Musikschule Düren an der Tivolistraße im Herzen der Kreisstadt begleitet haben.

So wie Cintia ging es im Übrigen noch einer ganzen Reihe von anderen Interpreten aus dem gesamten Rheinland: Als Akkordeon-Solisten oder Mitglied eines Duos von Klavier und Holzblasinstrumenten waren sie in das weiß getünchte Schulgebäude gekommen, um über einen Preis die Anerkennung der eigenen Kunstfertigkeit zu gewinnen - und möglichst eine der „Weiterleitung” genannten Qualifikation für den Landeswettbewerb.

Ausgebuffte Spezialisten

Nacheinander legen sich Kinder und Jugendliche vor dem dreiköpfigen Preisgericht ins Zeug. Ein Trio von ausgebufften Akkordeon-Spezialisten mit pädagogischer Erfahrung hat sich am Samstag in Düren eingefunden.

Jury-Sprecherin Daniela Grenz ist sogar aus Groß-Umstadt bei Darmstadt gekommen, Kollegin Monika Schneider immerhin aus Köln und Johannes Burgard aus Mülheim an der Ruhr. Ein ums andere Mal hören die zwei Fachfrauen und ihr männlicher Mitstreiter ganz genau hin, bevor sie sich in den Pausen zur „Urteilsberatung” aus dem Vortragssaal im Tiefparterre der Musikschule ins Erdgeschoss zurückziehen.

Stark vertreten (und das hat etwas mit Andrea Nolte zu tun, die das Akkordeon seit Jahr und Tag in Düren vertritt) sind die Musikschüler aus der Region. So geben neben der Aachenerin Pia Ockenfels und der Bonnerin Tanja Schiefen auch Karen Steffens aus Heistern, Jasmin Zymelka, Vincent Klein (beide: Düren) und Paul Häuser aus Hürtgenwald Proben ihres Könnens.

Mit Maximilian Röttgen schafft es ein junger Mann aus Vettweiß sogar, eine von nur zwei beim Regionalwettbewerb vergebenen Weiterleitungen einzuheimsen. Das Repertoire, mit dem die Teilnehmer - über fünf Altersklassen verteilt - um die Gunst der Juroren buhlen, gestaltet sich im Übrigen erfreulich variantenreich.

Schulwerke wie der „Spielwind” von Hans-Günther Kölz, die sich mit tonmalerisch orientierten Stücken gezielt an junge Hörer wenden, sind öfter zu hören, aber auch Bearbeitungen von klassischen Werke für das im Volksmund oft despektierlich „Quetschbeutel” genannte Akkordeon, ein Can-Can von Jacques Offenbach etwa oder eine Sonate von Domenico Scarlatti.

Eines ist jedenfalls sicher: Langeweile kommt bei den Wettbewerbskonzerten nicht auf. Ebenfalls erfreulich bis bewundernswert: Das Publikum hört gebannt und diszipliniert zu - auch dann, wenn es nicht die eigenen Kinder sind, die gerade am Start sind. Im Grund geht es ja im Vortragssaal der Musikschule Düren nicht anders zu als sonst oft im Leben: Es geht um alles - oder zumindest ums Weiterkommen.

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