Üdingen: Kitas fit für die Betreuung von U3-Kindern umbauen

Üdingen: Kitas fit für die Betreuung von U3-Kindern umbauen

Die Kindergartenlandschaft wird seit einigen Jahren gewaltig umgeräumt. Und weil immer mehr Plätze für Kinder geschaffen werden, die jünger als drei Jahre sind, sind auch immer mehr Umbauten erforderlich. Zu den baulichen Veränderungen kommen neue Herausforderungen für die Erzieherinnen.

„Zwischen zweijährigen und dreijährigen Kindern liegen Welten”, sagt Susanne Kempen, die Leiterin der Kita „Rurpiraten” in Üdingen. Wie in vielen anderen Einrichtungen haben sie und ihre Kolleginnen sich fortgebildet, um den neuen Aufgaben gewachsen zu sein.

Sie haben gelernt, auch die Kleinen zu verstehen, die sich noch nicht in andere hineinversetzen können, die lieber alleine als in Gemeinschaft spielen und die andere körperliche Bedürfnisse haben. Pädagogisch und baulich ist die Einrichtung wie viele andere nun aufgerüstet für die U-Drei-Betreuung. Das kostet.

Kleinere Kinder werden in kleineren Gruppen betreut und die brauchen mehr Platz. Außerdem müssen neue Räume, wie zum Beispiel ein Schlafraum mit kleinen Betten und ein Wickelraum geschaffen werden. Früher kamen die Kinder erst wenn sie trocken waren in die Kita.

„Heute nimmt das Wickeln der zehn U-Drei-Kinder viel Zeit in Anspruch”, sagt Erzieherin Corinna Knop. Auf die Wickelkommode führt eine kleine Treppe hinauf - „das fördert die Eigenständigkeit der Kinder und entlastet die Erzieherinnen”. Ein kleiner Griff hilft den Kindern sicher hinauf zu gelangen.

Viele Details

Es gibt viele Details zu entdecken. Einige sind vorgeschrieben, andere pädagogisch sinnvoll. Manchmal ist es eine Gratwanderungen, diese beiden Ansprüche miteinander zu verbinden. Und Manches scheint etwas übervorsichtig: Stoffbahnen zwischen Türblatt und Zarge fordere die Unfallkasse. Sie dienen als „Finger-Pitsch-Schutz”.

Gleich ins Auge fallen bei den „Rurpiraten” die Scheiben in den Türen - oben und unten. Das wird aus Sicherheitsgründen empfohlen, ist aber darüber hinaus wichtig für das pädagogische Konzept der Einrichtung: „Es ermöglicht den U-Drei-Kindern aus der Nestgruppe hinaus in die anderen Räume zu blicken”, erklärt Kempen. Und Schritt für Schritt könnten sie sich dann in die große Kita-Welt wagen.

Auch die neuen Klettergerüste zur Bewegungsförderung sind so gebaut, dass die Kinder von Plateau aus den Fenster in die Welt schauen können. Für Brüstungshöhen und Abstände gibt es genaue Vorschriften. Architekt Robert Schumacher hat sich viele Gedanken gemacht.

Deutlich wird die neue Pädagogik im Gebäude an den alten Toiletten: Dort sind niedrige Türen angebracht über die Erwachsene problemlos schauen können. „Das ist nicht mehr zeitgemäß”, erklärt Kempen. Die Türen an den neuen Toiletten seien zum Schutz der Privatsphäre, die man auch Kindern lassen müsse, hoch. Der Erzieher solle den Kindern Raum lassen für Eigenständigkeit

„Kindergarten funktioniert heute anders”, fasst Kempen zusammen. Das zeigt sich in den Räumen, aber auch in den pädagogischen Konzepten.

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