Düren: Kirschkernweitspucken: Hans-Peter Iven ist Weltmeister

Düren: Kirschkernweitspucken: Hans-Peter Iven ist Weltmeister

Hans-Peter Iven setzte an, spuckte und der Stein kullerte und kullerte: 23,37 Meter, neuer Weltrekord? Weit gefehlt! Iven hatte einen der manipulierten Kirschkerne benutzt, die vor zwei Wochen zur Annullierung der Deutschen Meisterschaft der Spucker in der Kirschenstadt Witzenhausen geführt hatten.

„Nur mal eben zum Spaß, um zu demonstrieren, was mit einem mit Lötzinn gefüllten und lackierten Kirschkern so alles möglich ist”, hatte Moderator Robert Wirtz angekündigt. Und siehe da: Der im Jahr 2003 von Oliver Kuck aufgestellte Weltrekord von 21,71 Metern wäre Geschichte und eine neue Spuckbahn müsste gebaut werden, denn die bisherige endet bei 25 Metern.

Aber bei der WM lief alles rechtens. Amtsleiter Bernd Kürten und seine Kollegen vom städtischen Vermessungsamt schauten am Samstag bei der 36. Weltmeisterschaft im Kirschkernweitspucken auf dem Hundesportplatz noch genauer als in den Vorjahren hin und nahmen hin und wider auch einen Kern unter die Lupe.

Und Hans-Peter Iven zeigte, dass er 26 Jahre nach seinem ersten WM-Titel immer noch zu den besten Spuckern gehört, auch ohne manipulierten Kern. In einer der spannendsten Endrunden der letzten Jahre, in der zuerst Weltrekordler Oliver Kuck die Führung übernahm, katapultierte er den Kirschkern auf 17,79 Meter und sicherte sich damit seinen insgesamt fünften Titel. Sein 29-jähriger Sohn Mario steigerte sich zwar ebenfalls noch um anderthalb Meter, konnte dem Routinier aber nicht mehr gefährlich werden und belegte vor Kuck den 2. Platz.

Rund 130 Männer, Frauen und Jugendliche versuchten sich an den Rekordweiten, die aber unangetastet blieben, auch wenn sich Mirco Becker bei den Junioren und Irene Holle bei den Frauen den Bestweiten auf gut zwei Meter näherten. Hans-Peter Iven machte die Qualität der Kirschen für seinen Sieg mitverantwortlich. „Die Kerne waren diesmal sehr rund. Ich brauchte kaum etwas abzuknabbern”, schmunzelte der 61-Jährige, der aber auch die richtige Spucktechnik raus hat.