Schophoven: Kirchenchor St. Cäcilia Pier hat schon glanzvollere Zeiten erlebt

Schophoven: Kirchenchor St. Cäcilia Pier hat schon glanzvollere Zeiten erlebt

„Die größte Feier der Liturgie ist, wenn die Texte laut gesungen werden und das ganze Volk mit dabei ist.“ Diese hohe Priorität gab Pfarrer Dr. Peter Jöcken dem kirchenchorlichen Gesang. Jöcken zelebrierte, schwer erkältet, die feierliche Messe zum 175-jährigen Jubiläum des inzwischen zum „Umsiedlerchor“ gewandelten Kirchenchores St. Cäcilia Pier in der Pfarrkirche St. Barbara Schophoven.

„Texte dürfen nicht zu kopflastig sein. Auch liturgische Texte bekommen gesungen eine andere Bedeutung“, setzte Jöcken nach und stellte den Vergleich zu den anderen monotheistischen Religionen an: Auch der Koran oder die Tora würden „oft und gerne gesungen“. Natürlich habe ein Chor „auch die Möglichkeit, als solistisches Instrument aufzutreten“, also Konzerte zu geben. Zum Jubiläum begleitete der Jubilar aber die Messfeier zum ersten Advent mit der von Jöcken als „Kunstmusik“ bezeichneten „Missa Octavi Toni“ von Orlando di Lasso.

Auch zeitgenössische Musik

Dazu interpretierte er ein Anthem (eine englische Komposition mit geistlichem Text) von John Rutter, ist also auch zeitgenössischer Musik gegenüber aufgeschlossen.

Wie die Gründungsurkunde beweist, wurde der Kirchenchor St. Cäcilia Pier 1839 aus der Taufe gehoben. Er wird seit 1961 von Manfred Lung, pensionierter Musiklehrer der GHS Inden, ehrenamtlich geleitet. Das 150-jährige Jubiläum feierten die Chormitglieder noch mit markanten Konzerten und musikalisch eindrucksvollen Gottesdienstgestaltungen. Wegen der Umsiedlung des Ortes Pier ist das heute nicht mehr möglich.

Zudem dezimierten Todesfälle, Krankheiten und nicht zuletzt die Unlust, sich einer kirchlichen Gemeinschaft anzuschließen, die Sängerzahl.

Ungünstig ausgewirkt hat sich nicht zuletzt die Tatsache, dass Schophoven aus dem vertrauten Pfarrbereich Langerwehe-Inden nach Jülich wechseln musste. In den letzten fünf Jahrzehnten gestaltete der Kirchenchor unter anderem eine Festmesse vor 600 Gläubigen in der prunkvollen Kirche Santa Maria Maggiore in Rom, und weitere in Assisi, Dresden, im Aachener Dom oder im Kloster Maria Laach.

Manfred Lungs Wirken begann 1961 genau mit dieser Messe des flämischen Meisters di Lasso, deshalb fiel die Auswahl der Missa nicht schwer. Dazu stimmte der Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ auf die Adventszeit ein und würdigte gleichzeitig den großen europäischen Musiker Johann Sebastian Bach.

Dank und Ermutigung

Etliche Worte des Dankes und der Ermutigung wurden während und nach der Festmesse an den jubilierenden Kirchenchor gerichtet. Mehr als bei anderen Chören hängt seine Zukunft von der Bereitschaft seiner Mitglieder ab, zu jeder Probe aus allen Richtungen um das „große Loch“ herum zu fahren.

(ptj)