Kinkels Woche: Zwei, die die Region verlassen, und ein Festnetz-Telefon

Kinkels Woche : Von großen Fußstapfen und einem komplizierten Telefon

Wissen Sie, was eine Sportanlage, ein Bürgermeister und der Leiter von Düren Kultur und ein ganz normales Telefon gemeinsam haben? Alles hat in meiner Woche irgendwie eine Rolle gespielt. Aber lesen Sie selbst!

Dass die Jugend- und Sportstiftung der Sparkasse Düren die Westkampfbahn gekauft hat, war schon ein Paukenschlag. Die Argumente von Dr. Gregor Broschinski sind durchaus nachvollziehbar. Der Sparkassenvorstand und Stiftungsvorsitzende spricht von einer „ertragsversprechenden Kapitalanlage in zinsarmen Zeiten“ und von einer Förderung des Breitensports. Beides ist richtig. Und es ist auch gut, dass die Zukunft der Westkampfbahn mit dem neuen Eigentümer auf sichere Beine gestellt ist, das gibt auch den Vereinen, die die Anlage nutzen, Planungssicherheit. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Westkampfbahn in erster Linie das Zuhaus des 1. FC Düren ist. Dessen Präsident ist Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) und der ist auch Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse.

Hermann Heuser ist das, was man ohne Zweifel als Urgestein der Gemeinde Niederzier bezeichnen kann. Seit 48 Jahren arbeitet der Sozialdemokrat bei der Gemeindeverwaltung der Tagebaukommune, zuletzt als Bürgermeister. Jetzt hat er angekündigt, bei der Wahl im nächsten Jahr nicht wieder anzutreten. In Niederzier hinterlässt er eine große Lücke, trotzdem ist dieser Schritt richtig. Heuser selbst hat gesagt, dass es Zeit für neue Impulse sei und er immer verurteilt habe, wenn Menschen an ihren Ämtern klebten. Damit hat er Recht. Hinzu kommt, dass es immer besser ist zu gehen, wenn die Menschen – Kollegen, Politiker und Bürger – noch voller Respekt und Achtung sind. Und es eben nicht irgendwann hinter vorgehaltener Hand heißt: „Hoffentlich ist der bald weg!“ Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass es junge Leute braucht, die bereit sind, in der Politik Verantwortung zu übernehmen.

Dass Dieter Powitz, Leiter von Düren Kultur, die Stadt Düren zum 31. Oktober verlässt, um in Norderstedt die Leitung des neuen Amtes für Kultur und Bildung zu übernehmen, kommt überraschend. Anderseits ist es kein Geheimnis, dass das Verhältnis zwischen dem 55-Jährigen und der Verwaltungsspitze im Rathaus nicht immer das beste war. Darüber hinaus ist Powitz einer, der immer wieder eine neue Herausforderung sucht – und die hat er in Norderstedt in der Nähe von Hamburg gefunden. So oder so: Dieter Powitz hat in den vergangenen fünf Jahren in Düren viel angestoßen und diverse Projekte initiiert. „Tanzwärts“ und „Tanzende Stadt“ sind da zu nennen, aber auch der Jahresbericht von Düren Kultur mit aussagekräftigen Zahlen und Fakten, der dieses Jahr zum ersten Mal erschienen ist. Beide,  Heuser und Powitz, hinterlassen große Fußstapfen. Hoffentlich werden gut Nachfolger gefunden.

Die Telefone in der Lokalredaktion sehen eigentlich ganz normal aus.... Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Die Zuordnung „Rosa Salon“ und „Testosteron-Zimmer“ wurde in dieser Woche etwas aufgeweicht, weil der neue Praktikant, 18 Jahre und männlich, seinen Arbeitsplatz im Damenzimmer gefunden hat. Das liegt in erster Linie daran, dass eine Kollegin Urlaub hat und ein Arbeitsplatz frei ist. Darüber hinaus ist es aber natürlich auch so, dass der junge Mann im „Rosa Salon“ – natürlich – eindeutig besser gefördert wird. Am Freitag sollte er dann per Telefon herausfinden, wo ein Veranstaltungsort eines „Smartphone-Lehrgangs“ stattfindet, den er ankündigen sollte. Der Praktikant griff zu seinem Handy, ich habe ihn gebeten, das Redaktionstelefon zu benutzen. Das ist vielleicht nicht mega-modern, habt aber auch keine Wählscheibe mehr. Tatsache ist: Einen 18-Jährigen beim Umgang mit einem Festnetz-Telefon zu beobachten, ist besser als Kino. Und was soll ich sagen? Es ist dem jungen Mann nicht gelungen, den Anruf zu tätigen. Dauernd kam Getute und eine Bandansage, dass der Teilnehmer nicht zu erreichen sei. Erst als er irgendwann doch sein Handy genommen hat, kam er aber noch an die nötigen Informationen. Einen Smartphone-Lehrgang braucht er also definitiv nicht…

Ihnen wie immer an dieser Stelle ein schönes Wochenende – zu erleben gibt es genug: Tag des offenen Denkmals, Leistungsschau im Gewerbegebiet Huchem-Stammeln und Autoschau in der Dürener Innenstadt – vielleicht ist ja auch für Sie das Richtige dabei. Bei Anregungen und Kritik schicken Sie mir bitte einfach eine E-Mail. In diesem Sinne bis nächsten Freitag.